Kritischer RH-Rohbericht zur Ski-WM in Schladming

7. Mai 2015, 15:28
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"Kleine Zeitung": Förderung für Projekte, die nicht Teil der WM-Bewerbung waren

Schladming/Wien/Graz – Der Rohbericht des Rechnungshofs zur Ski-WM in Schladming 2013 ist am Mittwoch an die betroffenen Stellen – Land Steiermark, Planai-Bahnen, Sport- und Finanzministerium – geschickt worden. Am Donnerstag berichtete die "Kleine Zeitung Online" von dessen Inhalt. Demnach sollen die Prüfer etwa Kritik an den Kostenplänen üben. Die Stellen haben nun drei Monate Zeit, um darauf zu reagieren.

Doris Grabherr, Sprecherin des Rechnungshofs, bestätigte, dass der Rohbericht zugestellt wurde, doch über den Inhalt werde keine Auskunft gegeben, da dieser vorerst nur für die betroffenen Stellen einsichtig sei. In dem Online-Zeitungsbericht waren dennoch erste Details zu lesen: So flossen 246 Millionen Euro aus öffentlicher Hand nach Schladming. Einiges davon "nur" in Infrastruktur von regionalem Wert, nicht aber von nationalem oder gar internationalem Wert, so die Rüge an den Bund. Dafür habe man zu wenig Einfluss auf die Kostensteuerung gehabt.

Nicht nachvollziehbare Entscheidungen

Die Prüfer kritisierten auch, dass Projekte gefördert wurden, die nicht Teil der WM-Bewerbung waren. Die Entscheidungen seien zum Teil nicht nachvollziehbar oder wirtschaftlich gewesen. Weiters seien viele Stellen involviert gewesen, was zu Unübersichtlichkeit führte. Überblick, Koordination und Gesamtkostenverfolgung wurden vermisst. Dabei soll auch das Sportministerium Kostenschätzungen und Fördervereinbarungen nicht durchleuchtet haben. Unter Kritik geriet auch der Vertrag mit dem Skiverband, der "Loop"-Abriss und das Wahrzeichen (Skygate), der ein Luxus sei.

Aus dem Büro von Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) hieß es auf APA-Anfrage: "Der RH-Rohbericht zur Ski-WM ist bis dato nicht bei uns im Haus. Sobald wir ihn haben, werden wir den Bericht prüfen und innerhalb der vorgegebenen Frist unsere Stellungnahme dazu abgeben. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Alpine Ski-WM 2013 unverzichtbare regionalpolitische Impulse für den heimischen Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort sowie eine unbezahlbare Werbung für das Tourismusland Steiermark gebracht hat."

Ähnlich argumentierte auch Vizelandeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und kündigte eine Stellungnahme der zuständigen Abteilungen an, sobald der Rohbericht vorliege. Grünen-Spitzenkandidat Lambert Schönleitner sprach von einem "Steuergeld-Debakel der Sonderklasse" und forderte die Offenlegung des Berichts. (APA, 7.5.2015)

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