Saudi-Arabien bereit zu fünftägiger Waffenruhe im Jemen

7. Mai 2015, 14:44
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Kerry in Riad, Jemen bittet UN-Sicherheitsrat um eine Entsendung von Bodentruppen

Riad – Saudi-Arabien ist zu einem fünftägigen Waffenstillstand im Jemen bereit, damit Hilfe für die notleidenden Menschen ins Land gebracht werden kann. Voraussetzung sei, dass auch die schiitischen Huthi-Rebellen der Waffenruhe zustimmten, sagte US-Außenminister John Kerry am Donnerstag in Riad nach einem Treffen mit seinem saudischen Kollegen Adil al-Jubir.

Wann der Waffenstillstand in Kraft treten soll, ist noch unklar. Es würden aber einige Tage zur Vorbereitung gebraucht, sagte Kerry. Saudi-Arabien wolle zudem alle jemenitischen Konfliktparteien zu einer Konferenz einladen.

Saudi-Arabien behält sich zugleich vor, zu einem unbestimmten Zeitpunkt mit Bodentruppen im Jemen einzugreifen. Es würden alle Optionen zur Bekämpfung der Huthi-Rebellen geprüft, sagte der saudiarabische Militärsprecher Ahmed Asseri am späten Mittwochabend dem TV-Sender Al-Arabija. "Auch eine Boden-Operation ist möglich", ergänzte der General. Die saudische Luftwaffe und ihre Verbündeten bombardieren seit Ende März Huthi-Stellungen im südlichen Nachbarland Jemen.

UN-Bodentruppen gefordert

Zuvor hatte der Jemen den UN-Sicherheitsrat um Hilfe durch den Einsatz von Bodentruppen gebeten. Der jemenitische UN-Botschafter schrieb am Mittwoch an das Gremium: "Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, dringend mit Bodentruppen zu intervenieren, um den Jemen, vor allem Aden und Taiz, zu retten."

Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera berichtete unter Berufung auf das ihm vorliegende Schreiben, der Botschafter habe auch internationale Menschenrechtsorganisationen aufgerufen, die "barbarische" Gewalt gegen die schutzlose Bevölkerung zu dokumentieren. Der Brief sei an den litauischen Botschafter gegangen, der den Vorsitz im Sicherheitsrat zurzeit innehat.

Viele Zivilisten unter den Opfern

Die Zivilbevölkerung leidet zunehmend unter dem Konflikt zwischen Huthi und Anhängern des ins saudi-arabische Exil geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi. Allein am Mittwoch wurden 120 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Unter ihnen waren Augenzeugen zufolge 40 Menschen, die mit einem Boot aus Aden flüchten wollten und unter Huthi-Beschuss kamen.

Die Aufständischen kontrollieren inzwischen weite Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Bei den Kämpfen und Luftangriffen wurden seither nach UN-Angaben vom Dienstag 646 Zivilisten getötet und 1.364 verletzt. (APA, 7.5.2015)

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