Polizeieinsatz nicht mit EURO 2008 vergleichbar

7. Mai 2015, 13:48
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Aufwand und Zielgruppen sehr unterschiedlich: Künstler gegen Hooligans

Wien - Der Polizeieinsatz für den Eurovision Song Contest ist laut Innenministerium nicht mit der EURO 2008 vergleichbar. Konzentriert sich beim ESC das Spektakel auf den Wiener Raum und auf mehr oder weniger eine Woche, ging es bei der Fußball-Europameisterschaft um beinahe einen Monat Veranstaltungszeitraum an vier Orten in Österreich plus Public Viewings im ganzen Land.

Ganz unterschiedlich sind auch die Zielgruppen: Beim Song Contest gehen die Sicherheitsexperten davon aus, dass das Motto "Building Bridges" ganz besonders beim Publikum auf offene Ohren stößt. Bei der EURO 2008 waren doch Fans mit sehr hoher Gewaltbereitschaft befürchtet und teilweise auch, etwa rechtzeitig in Klagenfurt, aus dem Verkehr gezogen worden. Dementsprechend war damals die ordnungspolizeiliche Spezialtruppe WEGA (Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung) an mehreren Orten in Österreich im Einsatz. Außerdem gab es eine zeitweise Grenzüberwachung an Hauptverkehrsrouten.

Verkehrsbehinderungen durch Public Viewing

Durch das Public Viewing in der Wiener Innenstadt kam es für rund einen Monat zu massiven Verkehrsbehinderungen. Die Ringstraße war durchgehend gesperrt. All das kostete eine Menge Geld. Laut dem Endbericht zur EURO musste das Innenministerium 44 Millionen Euro an Personal- und Sachaufwand aufwenden.

Das ist eine Summe, die beim Song Contest bei weitem nicht erreicht werden wird, auch wenn im Vorfeld eine Schätzung laut Innenministerium nicht seriös wäre. Klar ist aber, dass der deutlich geringere Personaleinsatz ebenso deutlich zu geringeren Kosten führen wird. Am ehesten sei der Song Contest mit dem Life Ball oder einem großen Konzert in der Wiener Stadthalle zu vergleichen. Für den Life Ball sind laut Innenressort etwa 80 Beamte im Einsatz, die sich in erster Linie um Verkehrsmaßnahmen bemühen. Bei einem Konzert sind es 50 bis 80 Beamte mit ähnlichen Aufgaben. In zweiter Linie geht es bei diesen Veranstaltungen um Außensicherung.

Eine Arreststraße wird es beim Song Contest nicht geben, ebenso wenig Schnellrichter, die vor allem für Verkehrsdelikte eingesetzt werden. Am 9. Mai gibt es für die Stadthalle übrigens einen sogenannten Lockdown. Die Halle wird abgesperrt, noch einmal intensiv nach Sprengstoff und anderem verdächtigen Material durchsucht und erst mit dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn wieder aufgesperrt. (APA, 7.5.2015)

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