Digitale Investitionen und Rückgang bei Print: Springer gebremst

7. Mai 2015, 11:48
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Gewinn sank im ersten Quartal um fast 35 Prozent - Umsatz legte um 12,7 Prozent auf 780,6 Mio. Euro zu

Berlin - Die Flaute im Geschäft mit Zeitungen und Zeitschriften hat die Gewinne beim deutschen Medienkonzern Axel Springer schrumpfen lassen. Zwar stieg der Umsatz im ersten Quartal um 12,7 Prozent auf 780,6 Mio. Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Gestiegene Kosten, etwa für die Mitarbeiter, ließen den Gewinn aber um fast 35 Prozent auf 43 Mio. Euro absacken. Der operative Gewinn (EBITDA) stieg nur leicht um 1,2 Prozent auf 119,8 Mio. Euro.

Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte Springer dennoch. Aufgrund eines starken Vorjahresquartals hatten Analysten einen Gewinnrückgang bereits erwartet. Bei den Bezahlangeboten, zu denen Springer auch das klassische Printgeschäft zählt, sank der operative Gewinn um etwa 30 Prozent auf gut 40 Mio. Euro.

Umsatzrückgänge

Der Konzern begründete dies mit Umsatzrückgängen, höheren Kosten für Restrukturierungen und Investitionen in den Ausbau des digitalen Geschäfts. Gute Nachrichten liefern bei Springer einmal mehr die sogenannten Rubrikenangebote wie die im Februar fusionierten Online-Portale Immonet und Immowelt. Der Umsatz bei den Rubriken legte um 58,5 Prozent auf 176,2 Mio. Euro zu. Zudem bringen sie inzwischen mehr als die Hälfte des operativen Konzerngewinns.

Hier stieg der Gewinn auch dank vieler Zukäufe um fast 47 Prozent auf 70,7 Mio. Euro. "Wir kommen mit unseren Wachstumsplänen im In- und Ausland sehr gut voran", sagte Springer-Chef Mathias Döpfner. Der Konzern werde seine Ziele für das Gesamtjahr erreichen. Springer peilt 2015 ein Umsatzplus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an. Der Gewinn soll im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. "Positiv ist, dass Springer die Prognose bekräftigt", sagte Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe.

Bei künftigem Wachstum setzt der Konzern vor allem auf diese Sparte, mehr digitale Abos bei Bezahlangeboten und ein stärkeres Engagement im englischsprachigen Raum. Springer macht nach eigenen Angaben mehr als 60 Prozent des Umsatzes und mehr als 70 Prozent des Gewinns mit digitalen Angeboten sowie gut 47 Prozent der Erlöse im Ausland. (APA, 7.5.2015)

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