PS4 vs. Xbox One: "Sony verdient den Sieg"

7. Mai 2015, 11:28
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Ex-EA-Chef John Riccitiello wirft Microsoft vor, den Fokus verloren zu haben

Geschäftsführer von Spielherstellern und Publishern sind, wenn es um die Einschätzungen von Hardware-Plattformen geht, für gewöhnlich eher zurückhaltend. Niemand möchte einen Geschäftspartner verärgern. Dementsprechend selten hört man Entwickler und Manager über ihre persönliche Einschätzung von spezifischen Konsolen oder PC-Hardware sprechen. Eine Ausnahme bildet dieser Tage John Riccitiello, Geschäftsführer des Engine-Anbieters Unity und ehemaliger CEO von Electronic Arts. In einem Interview mit VentureBeat äußert sich Riccitiello erstmals ganz offen zum Rennen zwischen Sonys Playstation 4 und Microsofts Xbox One.

"Das ist meiner Meinung nach eine der deprimierenderen Geschichten der letzten Jahre. Das war ein Zusammenstoß der großen Ideen, die Sony und Microsoft auseinander getrieben hat. Microsoft hat sich auf Unterhaltung konzentriert, die über Gaming hinausgeht", so der Unity-Chef. "Microsoft hat versucht mit Apple zu konkurrieren. Sie hatten das Gefühl, das Games nicht groß genug sind, um die Anerkennung zu bekommen, die sie sich als Innovator erhofft hatten." Der fehlende Fokus habe sie letztendlich vom Erfolgsweg abgebracht.

Alles richtig gemacht?

"Sony hat dagegen gesagt, 'Wir haben das beste Videospielsystem gebaut, das wir bauen konnten', auch weil sie auch nicht die Ressourcen hatten, darüber hinaus zu gehen. Microsoft war am Ball, aber sie haben den ersten Schuss verfehlt und danach keine zweite Chance mehr bekommen. Sony hatte sich darauf konzentriert, den Schuss richtig zu setzen, den sie machen mussten, um die Herzen der Spieler für sich zu gewinnen", so Riccitiello. "Eine größere Bandbreite an Unterhaltung zu bieten, mag die bessere Idee sein, aber nicht mit einer unfokussierten Ausführung. Eine gezielte Strategie, die auf die 50 Millionen Leute abzielt, auf die es ankommt – und zwar jene, die gerade die neuen Konsolen kaufen - war die bessere Entscheidung. Sony hat den Nagel auf den Kopf getroffen und sie verdienen sich den Sieg."

Riccitiello bezieht sich damit auf die aktuellen Verkaufszahlen und den allgemeinen Markttrend, der derzeit klar für Sony spricht. Während sich die PS4 seit dem Marktstart Ende 2013 bislang über 22 Millionen Mal verkaufen konnte, liegt die XBO Schätzungen zufolge bereits zehn Millionen Stück zurück. Der nächste große Schlagabtausch im Buhlen um Neukunden wird wohl auf der kommenden Messe E3 im Juni erfolgen, auf dem die Konsolenhersteller ihr Line-up für das Weihnachtsgeschäft präsentieren werden. (Zsolt Wilhelm, 7.5.2015)

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    foto: ap photo/koji sasahara
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