150 Sturmruinen auf Long Island unterm Hammer

Ansichtssache12. Mai 2015, 07:00
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Zweieinhalb Jahre nachdem der Hurrikan Sandy auf die Ostküste der USA traf, werden in wenigen Tagen 150 vom Sturm beschädigte Häuser versteigert. Das Interesse von Immobilienentwicklern und Familien an den Schnäppchen ist groß

foto: paramount realty usa

Am 19. und 20. Mai gibt es in Long Island - einer Insel, die zum US-Bundesstaat New York gehört - unter Umständen einige Schnäppchen zu machen: 150 Häuser und Grundstücke in 26 Ortschaften werden an den beiden Tagen von Paramount Realty USA versteigert. Sie wurden vom Hurrikan Sandy und anderen Stürmen beschädigt, später vom Staat New York angekauft.

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Der damalige Plan der Politik: Ganze Nachbarschaften, die - an der Küste gelegen - bei Stürmen besonders gefährdet sind, sollten aufgekauft und der Natur zurückgegeben werden. Das klappte nicht überall. Viele Menschen wollten in ihren Häusern bleiben. Ein Teil der angekauften Objekte wird daher nun versteigert.

Im Bild ist ein Haus, das vor dem Sturm laut Auskunft des Auktionators 650.000 Dollar wert war. Das Mindestgebot liegt nun weit darunter bei rund 228.000 Dollar.

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Der Wert der Grundstücke ist durch die Naturgewalt natürlich ziemlich gesunken. Die meisten der Häuser, die zum Verkauf stehen, sind beschädigt, ein kleiner Teil wurde bereits abgerissen.

Misha Haghani von Paramount Realty USA geht im Gespräch mit dem STANDARD davon aus, dass die meisten noch stehenden Häuser von den neuen Eigentümern abgerissen werden. "Alle Häuser müssen erhöht werden", weist er auf neue Vorschriften hin. So sollen die Häuser künftig Stürmen eher standhalten. Innerhalb von drei Jahren müssen die neuen Häuser fertiggestellt werden.

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Auch wer sein Haus nicht abreißt, muss sich wohl auf hohe zusätzliche Kosten durch Reparaturarbeiten gefasst machen. Das stellt auch Haghani klar: "Das sind keine schlüsselfertigen Häuser."

Ein solches Exemplar ist dieses etwas mitgenommene Haus. Das Mindestgebot dafür liegt bei 171.600 Dollar.

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Das Interesse an den Objekten ist jedenfalls enorm, berichtet Haghani. An zwei Tagen Ende April konnten die Häuser besichtigt werden. Laut Haghani machten davon tausende Interessenten Gebrauch: Einerseits seien Immobilienentwickler an den Häusern und Grundstücken interessiert, andererseits Familien, die selbst in den Häusern wohnen wollen oder für die erwachsenen Kinder hier ein Haus bauen wollen.

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Zwar werde es durchaus Schnäppchen geben, meint Haghani. Das niedrigste Mindestgebot für ein Objekt liegt bei 28.000 Dollar. Einige der begehrteren Häuser würden am Ende aber wohl doch zum Marktpreis verkauft werden - etwa jene 70 mit Blick auf das Wasser.

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Auch wenn fortan massiver gebaut werden soll - der nächste Sturm kommt bestimmt. "Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die sich deswegen Sorgen machen", räumt Haghani ein. Aber diese würden sich ohnehin nicht an der Auktion beteiligen. "Aber es gibt viele Menschen, die hier aufgewachsen sind, die hier bleiben wollen - und die keine Angst haben." (Franziska Zoidl, 8.5.2015)

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Paramount Realty USA

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