"Heute Plus": Nachrichten zum Mitreden und "Lobbyradar" beim ZDF

7. Mai 2015, 09:44
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Gebührensender experimentiert mit Vernetzung von Internet und TV und visualisiert Lobbying-Daten

Berlin - Kein Nachrichten-Hochamt, sondern Nachrichten zum Mitreden will das ZDF ab 18. Mai mit "Heute Plus" anbieten. Auf der Internetkonferenz Republica und Media Convention in Berlin bot der öffentlich-rechtliche Sender einen Vorgeschmack auf das neue Nachrichtenformat, das den Sendeplatz von "Heute Nacht" übernehmen wird, und mit der Vernetzung von Internet und Fernsehen eine internetaffine Zielgruppe erreichen will.

Drei Elemente machen "Heute Plus" nach Eigendefinition aus. Elmar Theveßen, stellvertretender Chefredakteur des ZDF, zählt sie auf: Haltung, eine andere Machart der Nachrichtenbeiträge sowie Interaktion und Input des Publikums. Moderiert wird die Sendung von Daniel Bröckerhoff ("Zapp", "Klub Konkret") und Eva-Maria Lemke ("ZDF-Morgenmagazin").

Die permanente Information

Das Nachrichtenformat will permanent senden: Beiträge werden über Social Media und im Livestream um 23 Uhr verbreitet, dann erst im linearen Fernsehen. Und es empfängt auch. Das zeigt sich nicht nur im Dialog in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter, sondern auch, wenn aus Publikumsfragen zu einer Flüchtlingsreportage ein weiterer Beitrag mit Antworten entsteht ("Wann hat ein Asylwerber Anspruch auf einen Deutschkurs?").

Atomkraft mit der Maus

Eine Datenvisualisierung darf bei einem crossmedialen Projekt nicht fehlen. Das Erklärvideo zum Rückbau von Atomkraftwerken erinnert im Stil an die "Sendung mit der Maus".

Lobbyradar: 23 Verbindungen unter "ZDF"

Ebenfalls präsentiert wurde der "Lobbyradar". Die investigative Datenbank-Visualisierung ist Work-in-progress und zeigt, wer Lobbyismus betreibt und mit wem in Verbindung steht.

Für das Suchwort ZDF wirft das Lobby-Radar übrigens (Stand Donnerstagfrüh) 23 Verbindungen und eine Reihe von Links aus.

Radar zu Gast auf anderen Seiten

Eine zusätzliche Browser-Erweiterung lässt den Lobbyradar auch auf anderen Seiten "senden". Wer etwa auf "Spiegel Online" mit der Maus über die Markierung des Ad-on fährt, öffnet so die ZDF-Datenbank mit weiteren Informationen. (Sabine Bürger aus Berlin, 7.5.2015)

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