Siemens streicht noch mehr Jobs

7. Mai 2015, 07:18
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Der Konzern baut um, nun sollen noch mehr Jobs wegfallen als geplant. Österreich ist laut Wolfgang Hesoun nicht betroffen

München – Der deutsche Technologiekonzern Siemens streicht im Zuge seines Konzernumbaus weitere 4.500 Stellen. Davon sollen nach derzeitigem Stand rund 2.200 in Deutschland wegfallen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Wo die restlichen Arbeitsplätze gestrichen werden, blieb zunächst offen. Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun sieht "derzeit keine Auswirkungen für Österreich", wie er auf STANDARD-Anfrage erklärte. "Die Problemzonen kennt man, ich sehe da keinen Impact für uns."

Insgesamt streicht Siemens damit weltweit 13.100 Arbeitsplätze, davon 5.100 in Deutschland. Damit will Chef Joe Kaeser den Konzern, der schon länger Wettbewerbern wie dem US-Rivalen General Electric hinterherhinkt, profitabler machen. Verbessern will er vor allem die Ertragskraft im Stromerzeugungsgeschäft der Energietechnik (Power and Gas). Auch weitere ertragsschwache Geschäfte sollen saniert werden; Experten erwarten etwa einen Stellenabbau im Transformatorengeschäft.

Konzern soll eine Milliarde Euro einsparen

Siemens hatte bereits im Februar angekündigt, 7.800 Stellen abzubauen, davon 3.300 in Deutschland. Nach Verhandlungen mit den Arbeitnehmern reduzierte sich diese Zahl auf etwa 2.900 Stellen in Deutschland. Österreich war damals nicht betroffen. Kaeser will mit dem Umbau eine Milliarde Euro sparen.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2014/15 erzielte Siemens einen Gewinn nach Steuern von 3,9 Milliarden Euro, mehr als dreimal so viel wie vor Jahresfrist. Darin waren allerdings 3,2 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Hörgerätesparte und des Anteils an der Hausgerätetochter BSH enthalten. Das Ergebnis aus dem industriellen Geschäft schrumpfte indes um fünf Prozent, vor allem wegen der Probleme bei Power and Gas.

Zu Veränderungen der Mitarbeiterzahlen könne es immer wieder kommen, sagte Kaeser, etwa durch regulatorische oder technologische Änderungen. Das sei dann aber kein Teil eines Umbauprogramms. Zudem betonte der Siemens-Chef, dass im letzten Geschäftsjahr 33.500 Mitarbeiter neu eingestellt worden seien. Allein in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs würden weitere 16.000 Mitarbeiter eingestellt.

Zuletzt beschäftigte Siemens weltweit 342.000 Personen, davon 114.000 in Deutschland. Mit dem Abschluss der wesentlichen Strukturoptimierungen sei der großangelegte Umbau hauptsächlich beendet und somit auch der Arbeitsplatzabbau abgeschlossen, so Kaeser. (APA, Reuters, rebu, 7.5.2015)

  • Etwa 2.200 weitere Jobs sollen in Deutschland wegfallen.
    foto: reuters/lukas barth

    Etwa 2.200 weitere Jobs sollen in Deutschland wegfallen.

  • Der Stellenabbau bei Siemens.
    grafik: apa

    Der Stellenabbau bei Siemens.

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