Team Stronach: Auer als Vizechef abgewählt, Nachfolger nicht in Sicht

6. Mai 2015, 23:08
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Stronach: "Ich hoffe, im Laufe der Zeit werden sich Leute herauskristallisieren"

Oberwaltersdorf/Wien – Wolfgang Auer ging mit fast stoischer Gelassenheit in den Mittwoch: "Es ist mir völlig einerlei", hatte er kurz vor seiner Abwahl als Vizeparteivorsitzender des Teams Stronach erklärt. "Er ist ein netter Mann, ich habe das Vertrauen verloren", lautete die knappe Begründung von Parteigründer und Chef Frank Stronach zu der Abwahl, die in der Mitgliederversammlung in Oberwaltersdorf einstimmig erfolgte. Einen konkreten Grund für die Absetzung Auers nannte Stronach nicht. Nachfolger wurde in der rund eineinhalbstündigen Sitzung noch keiner fixiert. "Ich hoffe, im Laufe der Zeit werden sich Leute herauskristallisieren", erklärte Stronach.

Auf die Frage, ob sich Stronach etwa Josef Kaltenegger – Auers Nachfolger als Spitzenkandidat in der Steiermark – vorstellen kann, meinte er: "Ja, den könnte ich mir vorstellen." Allerdings habe dieser aufgrund der bevorstehenden Landtagswahl derzeit genug zu tun.

Auer hatte "Demokratisierung" der Partei gefordert

Der abgesetzte Parteifunktionär, der als Arzt auch als "Basen-Auer" bekannt wurde, hatte Stronachs Gunst verloren, nachdem er diesem nahegelegt hatte, er möge sich doch auf die hehre Rolle des Mäzens zurückziehen und eine "Demokratisierung" in der Partei zulassen. Dass er, wie Bundesgeschäftsführer Ronald Bauer zuvor behauptet hatte, Finanzrichtlinien nicht eingehalten habe, "stimmt mit hundertprozentiger Sicherheit nicht", betonte Auer. Er habe "weder einen Euro an Spesen noch eine Aufwandsentschädigung bekommen", sagte er zum STANDARD. "Gott sei Dank. Wenn man Geld nimmt, ist man auch verkauft."

Neue Wege in St. Pölten

Im selbst für Team-Stronach-Verhältnisse mehr als chaotischen Niederösterreich-Ableger soll ein neuer Landesrat für Ruhe sorgen: Ex-ATV-Geschäftsführer Tillmann Fuchs will als designierter Nachfolger von Elisabeth Kaufmann-Bruckberger neue Wege gehen. Gegen sie wird in der Kärntner Seenkaufaffäre ermittelt. Fuchs' Selbstverortung? "Ich bin weder ein Stronach-Mann noch ein Nicht-Stronach-Mann." (red, 6.5.2015)

  • Frank Stronach hat das Vertrauen verloren.
    foto: apa/hochmuth

    Frank Stronach hat das Vertrauen verloren.

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