ORF-Ergebnis schon im ersten Quartal 2015 6,5 Millionen Euro über Plan

6. Mai 2015, 13:43
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"Gute Ergebnisse aus Finanzanlagen und Tochterfirmen" - Budgetrisiko: Vordienstzeiten

Wien (APA) - Der ORF hat in den ersten drei Monaten 2015 ein deutlich besseres Ergebnis erwirtschaftet als geplant: 6,5 Millionen Euro liegt das operative Ergebnis (EGT) des ORF (Muttergesellschaft, nicht Konzern) über dem Budget, schreiben ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl ihren Stiftungsräten.

Wrabetz und Grasl führen die "deutlichen Planüberschreitungen" im ersten Quartal 2015 auf "gute Ergebnisse aus den Finanzanlagen und Töchtern" zurück. Trotz einer stets als schwierig bezeichneten Situation auf den Werbemärkten habe der ORF auch hier die Planwerte leicht übertroffen.

Song-Contest-Balance: Sicherheit und Kartenverkauf

Die Budgets für Personal- und Sachkosten habe der ORF hingegen trotz Ski-Weltmeisterschaft unterschritten. ORF-Chef und Finanzer an die Stiftungsräte: "Auch die Kostenentwicklung beim Song Contest, die aufgrund der Einzigartigkeit und Größe dieses Events naturgemäß ein Risiko darstellt, liegt im Wesentlichen auf Kurs." Die Sicherheitskosten des Großevents liegen, wie mehrfach berichtet, deutlich über den Budgets, freilich gilt das ebenso für die Kartenverkäufe.

Alle Jahre wieder...

Wie alle Jahre widmet Finanzdirektor Grasl nach konservativer Planung unter dem Jahr auftretende Mehr-Werte dem Programm, im Brief heißt das "Attraktivierung unserer Programme". "Alleine" 6,5 Millionen Euro für das TV-Budget wären das nun zusätzlich. Sie würden für ein ORF-Herbst-Event unter dem Titel "60 Jahre Fernsehen" sowie einige andere Produktionen verwendet.

Im Gesamtjahr 2015 wollen Wrabetz und Grasl "aus heutiger Sicht" bei den budgetierten Ergebnissen landen - oder, wie gewohnt, zumindest ein Stück darüber. In der aktuellen Finanz-Vorschau 2015 erreiche der ORF demnach im Mutterkonzern ein positives Jahresergebnis (EGT) von 0,4 Millionen Euro. Man liege damit "leicht über Plan", schreibt die ORF-Spitze ihren Aufsichtsräten.

Budgetrisiko Belegschaft

Eine Entscheidung des EU-Gerichtshofs über die Anrechnung von Vordienstzeiten könnte aber noch teuer für den ORF werden, deuten die beiden an: Neben dem 300-Millionen-Bauprojekt am ORF-Standort Küniglberg sei das gerade die "größte Herausforderung, um die Umsetzung eines EuGH-Urteils zu einer neuen Anrechnung von Vordienstzeiten für das ORF-Budget möglichst ergebnisneutral zu gestalten". (APA, red, 6.5.2015)

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