Designierter Landesrat Fuchs ist "weder Stronach- noch Nicht-Stronach-Mann"

6. Mai 2015, 13:08
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Ehemaliger ATV-Geschäftsführer will als niederösterreichischer Landesrat "neue Wege gehen"

St. Pölten - Der Landtagsklub des Teams Stronach Niederösterreich will mit dem designierten Landesrat Tillmann Fuchs neue Wege gehen: "Wir werden eine ganz neue Form der Kommunikation mit den Bürgern einschlagen. Wir wollen wissen, welche Themen ihnen unter den Fingernägeln brennen", kündigte Klubobmann Ernest Gabmann (Team NÖ) am Mittwoch an.

Fuchs sprach bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Rolle als künftiges Mitglied der Landesregierung von einer "sehr ehrenvollen Aufgabe". "Für mich war es wichtig, dass eine überwiegende Mehrheit die Entscheidung im Klub mitträgt. Ich habe mit jedem Einzelnen Gespräche geführt", betonte er. In erster Linie fühle er sich jedem Bürger Niederösterreichs verpflichtet, antwortete er auf die Frage nach seiner Parteizugehörigkeit. "Ich bin weder ein Stronach-Mann noch ein Nicht-Stronach-Mann."

Unterschreiben, einlesen

Die Nominierung von Fuchs nahm auch die Landespartei des Teams Stronach zur Kenntnis. Landesobfrau Renate Heiser-Fischer wünschte dem designierten Landesrat in einer Aussendung "alles Gute bei der Erfüllung seiner Aufgaben". Gabmann betonte zudem, dass auch der Wahlvorschlag "in Kürze einstimmig" unterschrieben sein soll.

In seine künftigen Agenden - Baurecht und Veranstaltungswesen - habe er sich bereits "ein wenig" eingelesen, sagte Fuchs. Rechtlich sei er allerdings noch nicht vollständig beraten worden, welche Auswirkungen die Annahme dieses Amts auf seine bisherigen Tätigkeiten hat. "Mir ist schon klar, dass ich einige Funktionen ruhend stellen muss."

Als ehemaliger Geschäftsführer des Privat-TV-Senders ATV bringt Fuchs auch viel Expertise für die von Gabmann angekündigte neue Form der Kommunikation mit. "Wir werden draußen unterwegs sein und Bürger zu unterschiedlichen Themen befragen", erläuterte der Klubobmann. Die Sorgen der Menschen sollen dann in Videoclips dokumentiert und anschließend mit Statements der jeweiligen Bereichssprecher des Klubs ergänzt werden. Das Projekt werde noch vor dem Sommer gelauncht, ergänzte Gabmann.

Geänderte Aufgaben

Vor drei Wochen war Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (Team NÖ) als Landesrätin zurückgetreten. Gegen sie wird im Zusammenhang mit der Kärntner Seenkauf-Causa ermittelt. Ihre Agenden wurden interimistisch von Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner (SPÖ) übernommen. Der Zuständigkeitsbereich Asylwesen wurde allerdings Landesrat Maurice Androsch (SPÖ) zugeteilt. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hatte zuvor eine Änderung der Geschäftsordnung vornehmen lassen. Viel Kritik hagelte es von allen Fraktionen für den Klub des Team Stronach, da dieser nicht sofort einen Nachfolger vorgeschlagen hatte. (APA, 6.5.2015)

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