Migranten verleihen Herbert Kickl Negativpreis

6. Mai 2015, 12:59
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Fünfte Wiener Integrationswoche ist gestartet. Auch diesmal gab es Auszeichnungen für innovative Projekte und einen Negativpreis in der Kategorie "Sackgasse"

"Sich gemeinsam zur Wiener Vielfalt bekennen" – so lautet das Motto der 5. Wiener Integrationswoche, die vom 4. bis zum 17. Mai mit über 300 Veranstaltungen in Wien über die Bühne geht.

"Integriert uns!"

Initiator und Organisator der Integrationswoche Dino Šoše stellte in seiner Eröffnungsrede klar, wer für die Integration und das Bekenntnis zur Vielfalt verantwortlich ist: "Integriert uns endlich!", lautete der Appell. "Wir haben genug von Augenwischerei und Scheinheiligkeit. Wir wollen der Integration die positive Bedeutung zurückgeben und zeigen, dass Vielfalt und Mehrsprachigkeit eigentlich selbstverständlich sind. Wir leben in einer Stadt, in der mittlerweile 250 Sprachen gesprochen werden und in der die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner einen sogenannten Migrationshintergrund hat", sagte Šoše in der Volkshalle des Wiener Rathauses.

Auszeichnungen für innovative Ansätze

Etwas Versöhnlicher verlief die anschließende Verleihung der "MigAwards". Ausgezeichnet wurden Projekte, Initiativen und Menschen, die die Partizipation von Migrantinnen und Migranten in Österreich fördern und innovative Ansätze in der Migrationsdebatte verfolgen.

Der Schriftsteller und Satiriker Richard Schuberth, der in seinen Texten gegen Intoleranz und Rassismus auftritt, konnte sich in der Kategorie "Persönlichkeit des Jahres" gegen den Restaurantbesitzer Mehmet Kocak, der kostenloses Essen für Flüchtlinge anbietet, und die Menschenrechtsaktivistin Joana Adesuwa Reiterer durchsetzen.

Das "Kontaktepool Sprachencafé" des Vereins Station Wien konnte mit seinem interaktiven Konzept der Sprachvermittlung in lockerer Atmosphäre überzeugen und gewann in der Rubrik "Bildung & Soziales".

Das Projekt "Magdas Hotel", das Flüchtlingen Beschäftigung bietet, konnte mit einigem Vorsprung den Award in der Kategorie "Wirtschaft & Arbeit" abholen.

Sieger in der Kategorie "Medien" war der "Augustin", der heuer auch sein 20-jähriges Jubiläum feiert. Die Stadtzeitung ging neben dem Medienwatchblog "Kobuk" und der "Medienservicestelle Neue Österreicher/innen" als Sieger hervor.

Negativpreis für Herbert Kickl

Verlierer des Abends war der FPÖ-Abgeordnete Herbert Kickl – "Mastermind" hinter den Hetzkampagnen der FPÖ. Er setzte sich in der Negativkategorie "Sackgasse 2015" gegen die #stolzdrauf-Kampagne des Integrationsministers Sebastian Kurz (ÖVP) und das Unwort "Integrationsunwilligkeit" durch. Der Negativpreis "zeichnet" jene aus, die für Hetze und Ausgrenzung statt für Toleranz und Mitbestimmung stehen. (red, 6.5.2015)

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