Weniger Frust am Familientisch

Blog8. Mai 2015, 05:30
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Wie Eltern ein stressfreies Familienessen gestalten und wie sie die gemeinsame Zeit beim Essen als angenehm erleben können

"Geh, Max, probier doch wenigstens einen Bissen. Du kennst das doch gar nicht! Wie kannst du sagen, dass es dir nicht schmeckt? Außerdem, Mama und Papa essen das auch gerne. Wirst schon sehen, das schmeckt die bestimmt!"

Beschwichtigend und aufmunternd spricht Frau M. auf den kleinen Sohnemann ein, dessen Gesicht finsterer und finsterer wird. Als Antwort erhält Frau M. prinzipiell ein trotziges "Nein, das will ich nicht, und überhaupt, das schmeckt mir nicht!".

Das ewige Thema Essen

Während Max nichts isst, was auch nur irgendwie nach Gemüse aussieht, und sich am liebsten nur von Nudeln ernähren würde, mag sein Bruder Paul gerne Reis und Hühnerfleisch. Süßes könnten beide den ganzen langen Tag verputzen. Da alles, was nach Gemüse aussieht, tabu ist, versucht Frau M. so viel Gemüse, wie sie nur kann, in Saucen zu verstecken.

Früher hat das funktioniert. Je größer beide werden, desto mühsamer wird das Thema Essen für die ganze Familie. Bei jeder Mahlzeit hören die Eltern: "Nein, das schmeckt mir nicht. Ich habe keinen Hunger. Bäh, das sieht gar nicht gut aus!"

Kleinkinder sind neugierig

Sobald Kinder mit beim Tisch sitzen können, wollen sie vom Essen der Eltern probieren. Diese angeborene Neugierde des Kleinkindes macht es möglich, dass das Kind unterschiedliche Lebensmittel und Geschmacksrichtungen ausprobieren und kennenlernen kann.

Eltern wissen meist recht schnell, welche Speisen ihre Kinder gerne oder gar nicht mögen. Genauso, wie sich die Kinder mit dem Alter werden verändern, wandeln sich auch ihre Geschmäcker im Laufe ihrer Entwicklung. Kinder mögen bestimmte Geschmäcker und Konsistenzen nicht, das sollten Eltern akzeptieren.

Miteinander macht Essen mehr Spaß

Eltern sollten sich überlegen, wie sie die Esskultur innerhalb ihrer Familie erlebt haben, als sie Kinder waren: Was habe ich damals schön gefunden, was hat mir gar nicht gefallen, und was war aus jetziger Sicht sinnvoll? Diese Erfahrungen können als Basis für das gemeinsame Essen mit den eigenen Kindern dienen.

Die Alltagsroutine aller Familienmitglieder beeinflusst natürlich auch, wie sich Essenszeiten gestalten lassen. Gerade, weil beim Essen alle beisammensitzen, können die Familienmitglieder miteinander reden, lachen und somit Beziehung zueinander erleben.

Wünsche der Kinder einbeziehen

So sehr das gemeinsame Essen verbindet, so sehr kann der Streit über das Essen das Familienleben stören. Mitsprache bei der Essensplanung sorgt für mehr Frieden bei Tisch. Beziehen Sie die Wünsche Ihrer Kinder ein – damit lernen Kinder, auch Ihre Wünsche zu respektieren. Mitunter kann es hilfreich sein, gemeinsam eine Essenswunschliste zu erstellen.

Miteinander kochen

Ebenso kann das gemeinsame Kochen die Essenssituation entspannen und für mehr Spaß sorgen. Ganz nebenbei verbessern sich dadurch auch die motorischen Fähigkeiten Ihrer Kinder. Auch der Spaßfaktor darf nicht fehlen, und so bringt mitunter ein Picknick, ein Ausflug in ein Restaurant oder andere Ideen Abwechslung in die tägliche Essensroutine.

Ihre Erfahrungen?

Welche Vorstellungen haben Sie von einem gemeinsamen Essen? Welche Prioritäten setzen Sie im Umgang mit der täglichen Essenseinnahme? Ist es Ihnen wichtig, einmal am Tag einen Familienfixpunkt rund ums Essen zu gestalten?

Posten Sie Ihre Fragen und Ideen. (Andrea Leidlmayr, Christine Strableg, 8.5.2015)

Andrea Leidlmayr und Christine Strableg bloggen auf derStandard.at/Familie und geben Eltern Tipps für den täglichen Erziehungsalltag.

  • Das ewige Thema Essen: Kinder mögen bestimmte Geschmäcker und Konsistenzen nicht, das sollten Eltern akzeptieren.
    foto: heribert corn

    Das ewige Thema Essen: Kinder mögen bestimmte Geschmäcker und Konsistenzen nicht, das sollten Eltern akzeptieren.

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