Hollande fordert von Saudi-Arabien Abschaffung der Todesstrafe

5. Mai 2015, 18:52
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Anzahl der Hinrichtungen im Königreich zuletzt stark gestiegen

Riad/Paris - Frankreichs Präsident François Hollande hat bei einem Besuch in Saudi-Arabien die Abschaffung der Todesstrafe in dem Land gefordert. Frankreich setze sich weltweit für ein Ende der Todesstrafe ein, sagte Hollande am Dienstag in Riad. Er selbst habe sich bereits vor den Vereinten Nationen für eine Abschaffung eingesetzt und werde sich auch weiterhin dafür starkmachen.

Hollande betonte, diese Forderung nicht zu erheben, weil ein Bürger Frankreichs möglicherweise Opfer einer Exekution werden könnte und verwies auf den Fall Serge Atlaoui. Dem Franzosen droht in Indonesien wegen Drogenhandels die Hinrichtung. Er tue es für alle Menschen, die zum Tode verurteilt werden könnten - "und ich tue es auch hier", sagte Hollande.

In Saudi-Arabien hatte die Zahl der vollstreckten Todesstrafen zuletzt wieder deutlich zugenommen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beklagte am Dienstag, dass sich die Situation auch nach dem Amtsantritt des neuen Königs Salman im Januar nicht gebessert habe und dieser stattdessen eine "entsetzliche Bilanz" vorzuweisen habe. Die ersten Monate seiner Herrschaft seien von einer beispiellosen Hinrichtungswelle geprägt gewesen.

Saudi-Arabien ist eines der Länder, in denen die Todesstrafe am häufigsten anwendet wird. Einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP zufolge gab es seit dem 1. Jänner 78 Hinrichtungen in dem Königreich, während es im gesamten Jahr zuvor 87 Exekutionen gab. Die Strafe wird für Vergehen wie Vergewaltigung, Mord, Abfall vom Glauben, bewaffneten Raub und Drogenhandel verhängt. (APA, 5.5.2015)

  • Francois Hollande mit den Vertretern der Golfstaaten.
    foto: ap/ena

    Francois Hollande mit den Vertretern der Golfstaaten.

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