Krieg in Syrien: Al-Kaida als Partner

Kommentar5. Mai 2015, 17:30
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Manche Beobachter fragen sich, ob die Wende im syrischen Bürgerkrieg gekommen ist

Angesichts der militärischen Verluste, die das syrische Regime zuletzt in der Provinz Idlib erlitt, fragen sich manche Beobachter, ob die Wende im syrischen Bürgerkrieg gekommen ist. Das wird vielleicht nach Ende der nun anlaufenden Regime-Offensiven bei Damaskus und an der libanesischen Grenze besser bewertet werden können. Es hängt auch nicht zuletzt damit zusammen, wie sich die Unterstützer des Assad-Regimes - Iran, Russland, schiitische Milizen aus aller Welt - verhalten werden.

Auf der Gegenseite läuft die Hilfe für die Assad-Gegner nun effizienter: Saudi-Arabiens neue Politik, die Feindschaft zu den Muslimbrüdern hintanzustellen, ermöglicht Absprachen mit der Türkei und Katar bei der Unterstützung der syrischen Rebellen. Wenn Rebellengruppen, die früher separat gefördert wurden und kämpften, zusammengehen, könnte daraus ein starker militärischer Ansprechpartner am Boden werden.

Viele dieser Gruppen sind allerdings schwer islamistisch - und die stärkste, nach dem "Islamischen Staat", bleibt die Nusra-Front. Der syrische Al-Kaida-Zweig ist klüger geworden: Er belässt anderen Rebellengruppen ihre vermeintliche Unabhängigkeit - und ihre Sponsoren. Nach den großen Erfolgen wie bei Idlib laufen die Kämpfer der kleineren Gruppen der Nusra ganz von allein zu. Und bis die US-ausgebildeten "moderaten" Rebellen einsatzfähig sind, ist die Schlacht um Syrien vielleicht schon entschieden. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 6.5.2015)

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