Stilles Comeback des schwarzen Goldes

5. Mai 2015, 17:23
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Der Ölpreisverfall im Vorjahr war in aller Munde, die Gegenbewegung erfolgt still und leise: Mehr als 40 Prozent hat Brent seit dem Tief bereits zugelegt

Wien - Der Rückenwind für Europas Wirtschaft durch den tiefen Euro und den Absturz des Ölpreises im Vorjahr flaut langsam ab. Zwar erholt sich die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar nur sehr zaghaft, dafür ist das Comeback von Rohöl umso eindrucksvoller. Der Preis für ein Fass des Nordseeöls Brent kostete am Dienstagnachmittag knapp 69 US-Dollar und damit um ein Fünftel mehr als Ende 2014. Verglichen mit dem Tiefstand im Jänner bei knapp 48 Dollar beträgt der Anstieg sogar deutlich über 40 Prozent.

Zurückzuführen ist das Comeback des schwarzen Goldes auf die Erwartung rückgängiger Förderung, da viele US-Produktionsstätten von Schieferöl durch den Preisverfall unrentabel geworden sind. Am Montag musste EOG Resources, der größte Förderer von Schieferöl, einen Verlust von 170 Mio. Dollar für das erste Quartal bekanntgeben, nachdem im Vorjahresquartal noch 661 Mio. Überschuss erwirtschaftet worden waren. Zahlreiche Bohrungen werden ausgesetzt, um den eigenen Ausstoß nicht weiter zu erhöhen.

"Die Märkte werden ganz nervös, wenn es irgendwelche Hinweise auf geringere Erzeugung oder Lagerstände geht", zitiert Bloomberg Olivier Jakob vom Marktforscher Petromatrix. "Aber die US-Produktion hat noch gar nicht angefangen zu sinken und die Rohölpreise steigen bereits." Noch sind auch die US-Lager randvoll, wie aus Daten der US-Behörde Energy Information Administration hervorgeht: Mit 491 Mio. Barrel erreichten sie in der Vorwoche nach 16 Anstiegen in Folge den höchsten Stand seit den 1930er-Jahren. (aha, DER STANDARD, 6.5.2015)

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