Wiener Wissenschaftsfonds: Improvisation und Identitätssuche

8. Mai 2015, 19:00
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Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds WWTF feiert sich und seine Preisträger

Wien - Was Das kleine Ich-bin-Ich mit ihrer Forschungstätigkeit zu tun hat, das war die Aufgabe, die Michael Stampfer den Leitern von Forschungsprojekten, die vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) zuletzt gefördert wurden, stellte. Hintergrund der ungewöhnlichen Aufforderung war das jährliche Galadinner des WWTF, das diesen Montag im Wien-Museum stattfand.

WWTF-Geschäftsführer Stampfer wählte das bunte, nicht näher bestimmbare Tier aus der Feder von Mira Lobe in Anlehnung an die vergangene Ausstellung im Wien-Museum, die dem kleinen Ich-bin-Ich gewidmet war.

Die 16 Wissenschafter, die mit den kleinen, selbst zusammengenähten Stofftieren die Bühne betraten, konnten sich letztes Jahr bei den WWTF-Calls "Mathematik und ..." und "Life Sciences" erfolgreich durchsetzen.

Darunter waren etwa neben Finanzmathematiker und Wittgensteinpreisträger Walter Schachermayer von der Uni Wien u. a. Dea Slade und Monika Dörfler vertreten, Johannes Huppa, Klaus Markstaller, Thomas Klausberger und Siegfried Trattnig von der Medizinischen Uni Wien sowie Rüdiger Frey, Dirk Praetorius und Peter Szmolyan von der TU Wien.

Während eine Forscherin die auseinanderstehenden Augen ihres Ich-bin-Ich mit der Notwendigkeit in der Wissenschaft, einen breiten Blick zu wahren, in Zusammenhang brachte, erklärte ein anderer das improvisierte Aussehen seines Tiers: "Wissenschaft ist eine menschliche Angelegenheit, sie könnte nicht von einer Maschine ausgespuckt werden."

In Zeiten stagnierender öffentlicher Budgets für die Wissenschaft gewinnen Drittmittel an Bedeutung. In Wien nimmt der WWTF dabei einen besonderen Stellenwert ein. Der 2001 gegründete Fonds hat ein jährliches Budget von etwa zwölf Millionen - das sich gänzlich aus privaten Mitteln speist. (red, DER STANDARD, 6.5.2015)

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