"Denn es spielt Bayern gegen Barça"

5. Mai 2015, 16:19
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Pep Guardiola kehrt nach Barcelona zurück, um als Trainer der Bayern frenetisch begrüßt zu werden. Auch für Thiago Alcántara ist es ein sentimentales Spiel. Die Katalanen gelten als leichte Favoriten

Barcelona – Pep Guardiola dürfte leichte Orientierungsprobleme bekommen. Der Weg in die Gästekabine im legendären Camp Nou und zur Trainerbank rechts vom Spielertunnel ist dem 44-Jährigen überhaupt nicht vertraut. Es wird für ihn in jeder Hinsicht eine besondere Geschichte, wenn er am Mittwoch (20.45, Liveticker auf derStandard.at/Sport, ZDF) zum Halbfinale der Champions League mit dem FC Bayern beim FC Barcelona antritt. Für den Katalanen, aber auch für Münchens Mittelfeldstar Thiago Alcántara ist es eine emotionale Reise in die Vergangenheit. "Natürlich ist es etwas Besonderes. Es ist Barcelona, es ist mein Zuhause", sagte Guardiola unmittelbar nach der Auslosung. Er sei einer von Barça "und werde es immer bleiben".

Der Trainer des deutschen Meisters kehrte am Dienstag an jenen Ort zurück, wo er als Ballbub angefangen und als Jugendspieler eine großartige Karriere gestartet hat. 22 Jahre wirkte er bei Barça, war dort Kapitän und mit 14 Titeln der erfolgreichste Trainer der Vereinshistorie. Noch heute ist er Volksheld. Als er im März bei einem Ligaspiel im Stadion saß, erhoben sich die Leute ehrfürchtig zu Ovationen. Auch diesmal ist Guardiola Applaus gewiss. "Wir werden Pep mit allen Ehren empfangen", sagte Präsident Josep Maria Bartomeu.

Die Tochter freut sich

Guardiola will sich von jeglichen Sentimentalitäten freimachen, obwohl sogar seine zwölfjährige Tochter Maria den besonderen Wert der Reise nach Barcelona hervorgehoben hatte. "Gut. Dann kann ich ja Oma und Opa sehen." Ihrem Papa trauen sie in der alten Heimat auch heute noch alles zu. Trotz Verletzungssorgen der Bayern sagte Andrés Iniesta mit Hochachtung: "Gegen ein Team mit Guardiola als Trainer gibt es eigentlich kein gutes Ausgangsergebnis. Denn für Guardiola ist alles möglich."

Frank Ribéry, Arjen Robben, David Alaba, Sebastian Rode und Holger Badstuber fallen bei den Deutschen aus. Robert Lewandowski könnte trotz Oberkiefer- und Nasenbeinbruchs stürmen, eine Gesichtsmaske wurde angefertigt, die Entscheidung fällt kurz vor Anpfiff. Guardiola sagte: "Barcelona ist im Moment besser als wir. Auch weil sie seit 15, 20 Jahren denselben Stil pflegen", einen Stil, den er als Coach mit seiner Philosophie vom Ballbesitz-Fußball zwischen 2008 und 2012 perfektioniert hat. Noch immer profitieren Lionel Messi, Iniesta oder jetzt auch Neymar und Luis Suárez davon.

Thiago war bei Barcelona in den Genuss der Ideen von Guardiola gekommen und ihm 2013 nach München gefolgt. Guardiolas Spruch "Thiago oder nix" ist inzwischen legendär. 25 Millionen überwiesen die Bayern schließlich an Barcelona für einen Spieler, den damals keiner so richtig auf der Rechnung hatte. "Man gab mir bei Barça nicht das Gefühl, dass man an mich glaubte. In München habe ich das gefunden, was ich gesucht habe", sagte der 24-Jährige.

Dennoch sei es für ihn "ein großartiges Gefühl", zurückzukehren, zumal er auf seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Rafinha trifft. "Wir haben immer zusammengespielt, jetzt spielen wir gegeneinander. Aber am Ende ist das nicht wichtig. Denn es spielt Bayern gegen Barça." Guardiola: "Nur darum geht es." (sid, red, 6.5.2015)

Der Superhit

FC Barcelona - FC Bayern München
Camp Nou, 20.45 Uhr, live ZDF und Sky, SR Rizzoli (ITA)

Barcelona: Ter Stegen - Alves, Pique, Mascherano, Alba - Rakitic, Busquets, Iniesta - Messi, Suarez, Neymar

Ersatz: Bravo - Bartra, Adriano, Rafinha Alcantara, Roberto, Xavi, Pedro

Es fehlt: Mathieu (Achillessehne)

Bayern: Neuer - Rafinha, Boateng, Benatia - Lahm, Schweinsteiger, Alonso, Bernat - Thiago Alcantara - Müller, Lewandowski

Ersatz: Reina - Dante, Martinez, Gaudino, Weiser, Götze, Pizarro

Es fehlen: Alaba (Knie), Badstuber (Oberschenkel), Robben (Wade), Ribery (Sprunggelenk), Rode (muskuläre Probleme)

  • Barcelonas famoses Sturmtrio, bestehend aus Suárez, Neymar und Messi (von links), hat in dieser Saison schon 108 Tore erzielt. Die Generalprobe brachte ein 8:0 gegen Córdoba.
    foto: reuters/gea

    Barcelonas famoses Sturmtrio, bestehend aus Suárez, Neymar und Messi (von links), hat in dieser Saison schon 108 Tore erzielt. Die Generalprobe brachte ein 8:0 gegen Córdoba.

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