Hot-Chef Krammer kritisiert Google-Mobilfunk

5. Mai 2015, 10:10
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"Ich bin kein Freund von Regulierung, aber hier müssen die EU-Behörden einschreiten"

Zu Jahresbeginn 2015 ist der Lebensmitteldiskonter Hofer mit dem Mobilfunkangebot HoT gestartet, mittlerweile wird es von 167.000 Kunden genutzt. Damit ist Hot das erfolgreichste Mobilfunk-Start-up Europas. Das Erfolgsrezept von Hot ist dessen Einfachheit und Preistransparenz sowie das "One-Stop-Shopping ohne Shop", also die Abwicklung sämtlicher Services über das Internet.

44 Prozent aller Nummernportierungen in Österreich entfielen in den ersten drei Monaten auf HoT, rechnete am Hot-Chef Michael Krammer vergangene Woche im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Sein Unternehme ventocom wickelt für Hofer das HoT-Angebot als sogenannter "virtueller Mobilfunkanbieter" ab. Noch heuer soll ein weiterer ventocom-Partner präsentiert werden, der dem Vernehmen nach aus den Bereichen Versicherungen, Banken oder Medien kommen wird.

Kritik an Googles "Project Fi"

Mit einem neuen Player am Mobilfunkmarkt hat Krammer keine Freude: "Ich bin kein Freund von Regulierung, aber hier müssen die EU-Behörden einschreiten." Gemeint ist "Project Fi", das in den USA gestartete Mobilfunkangebot von Google. Wenn ein Unternehmen den Onlinemarkt derart dominiert, dann sollte es sich vom Mobilfunkmarkt fernhalten, so Krammer.

Wie auch Hot, baut Google kein eigenes Mobilfunknetz auf. Stattdessen sollen sich Nutzer von Project Fi über die Netze der Anbieter Sprint und T- Mobile sowie über mehr als eine Million Hotspots mit drahtlosen Internetzugängen verbinden können. Das Smartphone sucht sich dabei automatisch die schnellste Verbindung. Google verlangt eine monatliche Grundgebühr von 20 Dollar für den Service. Außerdem zahlen Kunden für die genutzte Datenmenge, ein Gigabyte soll mit zehn Dollar zu Buche schlagen. Bei einer Auslandsnutzung sollen in mehr als 120 Ländern, darunter auch Österreich, die teuren Roaminggebühren entfallen.

Verschlüsselung

Für die Datenverbindungen verspricht Google eine sichere Verschlüsselung. Die Handynummer soll nicht an ein einziges Handy gebunden sein, sondern gewissermaßen in der Datenwolke liegen. Nutzer können laut Google mit ihrer Nummer also von jedem Smartphone, jedem Tablet-PC oder jedem Laptop aus Telefonate führen und SMS versenden, auf denen die Software des Mobilfunkdienstes installiert ist. (Markus Sulzbacher, DER STANDARD, 5.5.2015)

  • Hot-Chef Krammer warnt vor der potenziellen Marktmacht von Googles Mobilfunker
    foto: reuters

    Hot-Chef Krammer warnt vor der potenziellen Marktmacht von Googles Mobilfunker

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