Ärztestreik am Wiener AKH möglich

4. Mai 2015, 23:25
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KAV-Einigung erneut abgelehnt

Wien - Die Unzufriedenheit der Wiener Ärzte hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Die Ärzte des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) haben in einer Betriebsversammlung den Beschluss gefasst, zu streiken, wenn es bis Anfang Mai keine Lösung für die Mediziner gibt. Alle Ärzte, die das neue Arbeitszeitgesetz betrifft, sollen noch im Mai befragt werden, ob man sich an einem Streik beteiligen würde, wie AKH-Betriebsrat Martin Andreas erklärte.

Eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Wolfgang Schütz, dem Rektor der Med-Uni Wien, und dem Betriebsrat ist gescheitert. Die Standesvertretung hat sich bereits Anfang April auf mögliche Streiks vorbereitet und einen einstelligen Millionenbetrag für Protestmaßnahmen beschlossen. Hintergrund sind die seit 1. Jänner gültigen neuen Arbeitszeiten für Ärzte. Die Erhöhung des ärztlichen Grundgehalts ist beschlossen, strittig ist, ab wann das Gehalt angepasst werden soll - der Betriebsrat fordert: rückwirkend ab Jahresanfang. Rektor Schütz fordert via Aussendung ein Einlenken des Betriebsrates.

Montagabend hat die Kurie der angestellten Ärzte der Wiener Ärztekammer zudem die Teileinigung für die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes für die Spitalsärzte des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) als "nicht ausreichendes" Paket abgelehnt. Eine interne Arbeitsgruppe soll weitere Schritte fixieren, die nächste Kuriensitzung soll am 8. Juni stattfinden. (APA, mte, DER STANDARD, 5.5.2015)

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