Schiffe, die von Flucht erzählen

Ansichtssache4. Mai 2015, 15:14
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Catania - Am südlichsten Zipfel von Sizilien liegt rund ein Dutzend desolater Schiffe auf Schotter, mit denen Flüchtlinge über das Mittelmeer kamen. Der Schiffsfriedhof liegt direkt am Hafen von Portopalo di Capo Passero, das sich als "Stadt der Sonne und des Meeres" bezeichnet.

Die Boote weisen zum Teil arabische Schriftzeichen auf, in ihrer Bäuchen liegen teils Schaumstoffreste und verdreckte Kleidung. Ein Fischer, dessen Boot in dem Hafen liegt, sagt, er und seine Kollegen hätten auf dem Wasser draußen schon öfter Flüchtlingsschiffe gesehen und Hilfe holen müssen. "Wir rufen dann die Küstenwache", sagt Giuseppe, der seinen Nachnamen nicht verrät. Manchmal bringe man ihnen auch Wasser. Giuseppe sagt, früher - bevor Italien die Seerettung selbst in die Hand genommen hatte - da seien viel mehr Boote mit Flüchtlingen direkt bis an Land gekommen. Seither fange die Küstenwache sie früher ab.

Probleme an Land gebe es keine mit den Flüchtlingen, sagt der Fischer. "Sie haben halt keine Arbeit", sagt er. "Welche Zukunft haben Sie hier?" (Gudrun Springer, derStandard.at, 4.5.2015)

Die Reise nach Catania erfolgte zum Teil auf Einladung der Caritas

foto: florian rainer / caritas
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