Griechischer Minister: IWF ist unnachgiebig

4. Mai 2015, 13:10
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Der griechische Arbeitsminister kritisiert den IWF harsch, er sei mit seinen Forderungen unnachgiebig

Athen - Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt bei den Verhandlungen mit Griechenland nach den Worten von Arbeitsminister Panos Skourletis am wenigsten Entgegenkommen. Der IWF halte unnachgiebig an seinen Forderungen nach Arbeitsmarktreformen fest, inklusive Rentenkürzungen und Massenentlassungen, sagte Skourletis am Montag dem Fernsehsender Mega TV.

Außerdem sperre sich der IWF gegen Pläne der griechischen Regierung, den Mindestlohn anzuheben. Die linke Regierung kam mit dem Wahlversprechen an die Macht, die strikte Sparpolitik zu beenden. Sie lehnt Rentenkürzungen ebenso ab wie Gesetzesänderungen, die Massenentlassungen möglich machen würden.

Zuletzt hieß es, bei den Gesprächen Griechenlands mit seinen internationalen Geldgebern über Finanzhilfen habe es Fortschritte gegeben. Der IWF ist nach Skourletis' Worten dabei der unflexibelste Partner, "die extremste Stimme in der Brüsseler Gruppe". Es gebe aber auch besonnenere Stimmen.

Am Montag sollten die Beratungen mit den Vertretern von EU, IWF und Europäischer Zentralbank fortgesetzt werden.

Konstruktive Gespräche

Die EU-Kommission hat die Gespräche der sogenannten "Brüssel-Gruppe" mit Vertretern Griechenlands indessen als "konstruktiv" bezeichnet. Die Verhandlungen würden seit vergangenem Donnerstag laufen, doch "bleibt noch viel Arbeit zu tun, um eine Annäherung zu erreichen". Der nächste entscheidende Schritt sei die Eurogruppe am 11. Mai - Montag kommender Woche.

Dann würden die Finanzminister der Währungsunion Bilanz über die Entwicklung ziehen.

Auf Unstimmigkeit innerhalb der EU-Institutionen zwischen IWF und Kommission sowie EZB angesprochen, wollte der Sprecher nicht eingehen. Er werde keine Einzelaspekte der laufenden Verhandlungen kommentieren. "Was ich sagen kann, die Arbeiten dauern 24 Stunden sieben Tage lang".

Griechenland läuft die Zeit davon, um zu einer Lösung der Schuldenkrise zu kommen. Weiterhin unklar ist, wie lange Athen noch seine finanziellen Ausgaben tätigen kann. Seit Ende Februar wird gemutmaßt, dass Griechenland in den jeweils nächsten Tagen oder zumindest Wochen pleite sein würde, wenn keine Einigung mit der Eurogruppe gefunden werde. (APA, 4.5.2015)

  • Griechenland muss sich bald mit der Eurogruppe einigen, will es an die ausstehenden Mittel des Hilfspakets kommen.
    foto: reuters/laurenson

    Griechenland muss sich bald mit der Eurogruppe einigen, will es an die ausstehenden Mittel des Hilfspakets kommen.

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