Äthiopischstämmige Juden demonstrieren in Israel gegen Rassismus

Ansichtssache4. Mai 2015, 12:10
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Seit Tagen protestieren äthiopischstämmige Juden gegen Rassismus und Polizeigewalt in Tel Aviv, weil sie sich von den Sicherheitskräften in Israel diskriminiert fühlen. Die Situation eskalierte, nachdem sich am Sonntagabend zwischen den Teilnehmern einer Kundgebung und den Sicherheitskräften eine Straßenschlacht entwickelt hatte. An der Kundgebung waren rund 10.000 Menschen beteiligt, darunter auch viele gebürtige Israelis.

Die Polizei setzte Blendgranaten und Wasserwerfer ein, die Protestierenden warfen mit Steinen und anderen Gegenständen auf Polizisten. Dabei wurden 46 Beamte und sieben Demonstranten verletzt, mindestens 26 Personen wurden von der Polizei festgenommen.

Auslöser für die Proteste war ein Übergriff auf einen Israeli äthiopischer Herkunft, der von der Einwanderungsbehörde angegriffen wurde, weil er für einen Einwanderer ohne gültige Papiere gehalten wurde. Zudem hatte die Woche davor ein Video für Empörung gesorgt, in dem Polizisten den äthiopischstämmigen Soldaten Damas Pakada schlagen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat mittlerweile zur Ruhe aufgerufen und eine Untersuchung der Vorfälle angekündigt. Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat indes Fehler eingeräumt. "Wir haben nicht genau genug hingesehen und nicht genau genug zugehört." Die gewaltsamen Proteste der vergangenen Tage hätten gezeigt, dass es "im Herzen des israelischen Gesellschaft" eine "offene Wunde" gebe. (red, derStandard.at, 4.5.2015)

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