Jobsuche dauert für Arbeitslose immer länger

4. Mai 2015, 10:20
780 Postings

Arbeitslosigkeit ist im April gegenüber Vorjahresmonat gestiegen, es gibt aber mehr offene Stellen

Wien – Arbeitslose müssen in Österreich immer länger nach einem Job suchen. Die Arbeitssuche bei vorgemerkten Arbeitslosen lag per Ende April im Schnitt bei 116 Tagen und dauerte damit um acht Tage länger als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 lag die durchschnittliche Verweildauer bei 97 Tagen.

Die Arbeitslosigkeit ist im April im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter gestiegen und verharrt damit auf einem Höchststand: Ende April waren 419.875 Personen ohne Job, um 7,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote inklusive Schulungen stieg im Jahresabstand um 0,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent.

Im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres verschlechtert sich die Lage derzeit wieder etwas. Im Jänner und im Februar betrug der Anstieg zum Vorjahr etwa fünf Prozent, im März waren es schon 6,5 Prozent, im April ist die Arbeitslosenrate zum Vorjahr schon um 7,6 Prozent angestiegen. Die Zahl der Schulungsteilnehmer beim AMS verringerte sich aufgrund der laufenden Kursreform indessen um 18 Prozent auf 67.890 Personen.

Trotz schwächelnder Konjunktur ist die Beschäftigung in Österreich im April weiter gestiegen. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten erhöhte sich per Ende April laut einer vorläufigen Prognose um 21.000 Personen (+0,6 Prozent) auf 3,41 Millionen. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen ist leicht um 52 (+0,2 Prozent) auf 27.707 gestiegen, teilte das Sozialministerium am Montag in einer Aussendung mit.

Hundstorfer hofft auf Deutschland

"Sollte der Konjunkturaufschwung bei unserem Haupthandelspartner Deutschland anhalten, werden das auch die österreichischen Betriebe über kurz oder lang spüren", kommentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) die aktuellen Arbeitslosenzahlen am Montag in einer Aussendung. Die steuerliche Entlastung der Einkommen, die Wohnbauinitiative und der Ausbau der Beschäftigungsinitiative für Personen ab 50 würden allerdings erst nächstes Jahr stärker auf die Gesamtbeschäftigung wirken.

Hundstorfer betonte erneut, dass die Sozialpartner beim Bonus-Malus für Ältere "möglichst rasch" zu Verhandlungsergebnissen kommen müssten. Angebotsentlastende Maßnahmen für den Arbeitsmarkt wären auch der Abbau von übermäßigen Überstunden und zusätzliche Erholungstage für Personen, die schon lange im Arbeitsleben stehen.

Ausländer, Behinderte, Ältere besonders betroffen

Überdurchschnittlich stark stiegen die Arbeitslosenzahlen per Ende April im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut bei Ausländern (+24,9 Prozent), behinderten Personen (+17,4 Prozent) und Älteren ab 50 Jahren (+17,2 Prozent). Im Vergleich etwas weniger dramatisch entwickelte sich die Lage bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre), hier gab es einen Zuwachs um 8,3 Prozent. Die Arbeitslosenzahlen stiegen bei Männern (+16,3 Prozent) stärker als bei Frauen (+12,2 Prozent).

Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit nach Branchen gab es Ende April im Bereich der Leiharbeit (+16 Prozent), im Gesundheits- und Sozialwesen (+13,6 Prozent) und am Bau (+12,4 Prozent).

Größter Anstieg in Wien

Die größte Zunahme von Arbeitslosen nach Bundesländern wurde per Ende April in Wien mit plus 24,2 Prozent auf 122.347 Personen verzeichnet, gleichzeitig sank aufgrund der AMS-Kursreform die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 28,3 Prozent auf 24.924. In Niederösterreich stieg die Zahl der Arbeitslosen um 13,4 Prozent und die Anzahl der Schulungsteilnehmer verringerte sich um 16 Prozent auf 9.614 Personen. Den geringsten Arbeitslosenzuwachs gab es in Salzburg (+5,6 Prozent). Salzburg war jedoch das einzige Bundesland mit einem Anstieg der Schulungsteilnehmer (+4,3 Prozent).

Per Ende April waren um 7 Prozent mehr Lehrstellensuchende vorgemerkt. Dem stand eine Zunahme um 1,6 Prozent beim Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen gegenüber. Damit ist die Lehrstellenlücke um 264 auf 1.673 angestiegen. (APA, red, derStandard.at, 4.5.2015)

  • Wieder mehr Österreicherinnen und Österreicher suchen einen Job.
    foto: apa/julian stratenschulte

    Wieder mehr Österreicherinnen und Österreicher suchen einen Job.

Share if you care.