Neue Schlupflöcher für Hacker

4. Mai 2015, 13:42
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Stetige Vernetzung mit dem Internet gilt als Gefahrenquelle. Vor allem in offenen WLAN-Netzen sei man wenig geschützt, sagt Experte Franz Kaiser

Wien – Die Vernetzung der Menschen mit dem Internet nimmt zu – etwa durch smarte Stromzähler, Bedienung der Heizung via Handy oder Internet im Auto. "Damit wachsen auch die Gefahrenquellen für Hackerangriffe", sagt Franz Kaiser, Regionaldirektor des Internetsicherheitsanbieters Fortinet für Österreich, die Schweiz und Osteuropa. Denn: Nicht selten sei die Verbindung zum Hersteller des jeweiligen Geräts via Internet offen. Man wisse heute nur, dass in diesem Bereich etwas passieren werde, man wisse nur noch nicht, wann, warnt der Experte.

Auch WLAN-Netze seien eine selten bedachte Sicherheitslücke. "Die Chance, dass man in einem öffentlichen Netz einen Virus untergejubelt bekommt, ist groß", sagt Kaiser. Vor allem bei Hotels sieht der Sicherheitsfachmann noch großes Potenzial. Denn seit heuer sei es Vorschrift, dass Zweisternehotels in der Eingangshalle Internet anbieten müssen. Ab der Kategorie "drei Sterne" müssten Häuser in allen Zimmern Internet zur Verfügung stellen. Klar greife man laut Kaiser dabei auf WLAN zurück – die Frage sei aber, wie das jeweilige Netz gesichert ist.

Kaum ausforschbar

Heikel sei es immer dann, wenn Kundendaten gestohlen würden. Die Betreiber der Bieterportale für gestohlene Daten seien jedoch kaum ausforschbar, sagt Kaiser. Denn bis die lokale Polizei Zugriff habe, hätten die Portale schon längst ihre Location gewechselt. Der Schaden sei oft enorm.

In Summe sei Österreich – etwa im Vergleich zu Osteuropa – bei der Cybersicherheit gut aufgestellt. Da die Absicherung der Daten und Systeme aber auch etwas koste, werde dem Thema in Unternehmen noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wer rund fünf Prozent des IT-Budgets für Sicherheit ausgebe, könne schon viel erreichen. Im Schnitt würden heimische Unternehmen aber nur ein bis zwei Prozent dafür veranschlagen. Dass Fortinet, die seit 2004 Mitarbeiter in Wien und kürzlich eine eigene Niederlassung eröffnet hat, wöchentlich 950.000 Signaturen gegen Viren schreibt, zeige den enormen Bedarf, sagt Kaiser.

Ein System könne man niemals ganz sicher machen, räumt Kaiser ein: Die Frage sei aber, wie schwer man es Hackern machen wolle. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 4.5.2015)

  • Die Attacken von Hackern könnten zunehmen, weil die Menschen sich mit dem Internet der Dinge immer mehr vernetzen.
    foto: dpa/martin gerten

    Die Attacken von Hackern könnten zunehmen, weil die Menschen sich mit dem Internet der Dinge immer mehr vernetzen.

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