5.800 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer gerettet

3. Mai 2015, 22:28
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Mindestens zehn Tote - Italienische und griechische Küstenwache erhalten Unterstützung aus Frankreich und Deutschland

Rom/Paris/Athen - Bei Einsätzen im Mittelmeer haben europäische Schiffe am Wochenende mehr als 5.800 Flüchtlinge gerettet. Wie die italienische Küstenwache mitteilte, wurden am Samstag fast 3.700 Flüchtlinge gerettet und am Sonntag mehr als 2.100 weitere. Damit stieg die Zahl der am Wochenende im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge auf mehr als 5.800. Inzwischen beteiligen sich auch Schiffe aus Frankreich und Deutschland an den Such- und Rettungsaktionen im Rahmen der EU-Grenzschutzmission "Triton".

Mindestens zehn Flüchtlinge sind bei der Überfahrt über das Mittelmeer vor der libyschen Küste ums Leben gekommen. Das bestätigte ein Sprecher der italienischen Küstenwache. Sieben Menschen wurden tot in zwei voll besetzten Schlauchbooten gefunden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Drei weitere Flüchtlinge ertranken, als sie ins Meer sprangen, um einen nahen Schlepper zu erreichen, der ihnen zu Hilfe eilen wollte.

Alleine die italienische Küstenwache hat am Wochenende fast 3700 Flüchtlinge aus überfüllten Schiffen vor der libyschen Küste gerettet. Die Nationalitäten der Geretteten seien nicht bekannt. Insgesamt seien 13 Boote entdeckt worden. Eines sei von einem französischen Schiff ausgemacht worden, das im Auftrag der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex unterwegs war.

200.000 Bootsflüchtlinge erwartet

Ein Großteil der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer Europa erreichen wollen, starten von Libyen aus. In dem durch zunehmende Anarchie geprägten nordafrikanischen Land haben Schlepperbanden leichtes Spiel. Nach mehreren Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer hat die Europäische Union die Mittel für ihre Grenzschutz-Einsätze im vergangenen Monat verdreifacht. Die italienische Regierung erwartet in diesem Jahr rund 200.000 Bootsflüchtlinge, 30.000 mehr als im vergangenen Jahr. Die meisten von ihnen stammen aus Afrika sowie aus Kriegsregionen wie Syrien. (APA, Reuters, 3.5.2015)

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