"Nachtwölfe"-Einreiseverbot: Moskau fordert von Berlin Erklärung

1. Mai 2015, 23:26
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Biker als "Bedrohung für die öffentliche Sicherheit" auf Flughafen abgewiesen

Moskau - Das Außenministerium in Moskau hat eigenen Angaben zufolge bei der deutschen Regierung gegen ein angebliches Einreiseverbot für drei russische Staatsbürger protestiert. Die Mitglieder des Motorradklubs "Nachtwölfe" seien am Flughafen Berlin-Schönefeld trotz gültiger Visa abgewiesen worden, teilte das Außenamt in Moskau am Freitag mit.

Den Männern sei am Donnerstag gesagt worden, von ihnen gehe eine "Bedrohung für die öffentliche Sicherheit" aus. Diese Entscheidung sei "unbegründet, diskriminierend und politisch motiviert", hieß es. Die russische Botschaft in Berlin fordere in einer Protestnote an das Auswärtige Amt eine offizielle Erklärung.

Umstrittene Tour

Die kremltreuen "Nachtwölfe" wollen mit einer umstrittenen Tour von Moskau nach Berlin an den 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland erinnern. Polen hatte die Aktion als Provokation kritisiert und den Bikern die Einreise verweigert. Auch Deutschland hatte mehrere Visa der Rocker annulliert. Einige "Nachtwölfe" sollen aber die Grenze in die EU aber passiert haben.

Im Internet kursierten Gerüchte, wonach die "Nachtwölfe" am Samstag auch nach Wien kommen könnten. Offiziell war dazu nichts bekannt. Eine für den 2. oder 3. Mai geplante Zeremonie der Biker am sowjetischen Denkmal in Wien (Schwarzenbergplatz) ist bisher nicht als Veranstaltung angemeldet worden. Die "Nachtwölfe" sind wegen ihrer Nähe zu Präsident Wladimir Putin umstritten. Die Beziehungen zwischen der EU und Moskau sind wegen der russischen Politik in der Ukraine-Krise derzeit angespannt. (APA, 1.5.2015)

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