Heta widerspricht Bilanzpolizei

1. Mai 2015, 17:35
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Wien - Die Heta-Bilanzen 2013 und Halbjahr 2014 werden demnächst die FMA beschäftigen. Der Heta-Vorstand unter Sebastian Prinz von Schönaich-Carolath ist nämlich nicht mit dem Prüfungsergebnis der "Bilanzpolizei" (Prüfstelle für Rechnungslegung; OePR) einverstanden. "Nach unserer Meinung ist die Bilanz richtig", sagte der Heta-Chef jüngst. Die OePR ortet Fehler in den Zahlenwerken, und das Procedere sieht vor, dass bei Widerspruch der geprüften Gesellschaft die FMA zum Zug kommt.

Sie muss nun einen Bescheid erstellen. Sollte die FMA die Ansicht der OePR für zutreffend halten, muss die Heta den Fehler korrigieren. Je nach Schwere reicht ein Hinweis im nächsten Bericht oder öffentliche Bekanntgabe. Schlimmstenfalls müsste die Heta die Bilanzen neu erstellen.

Ob die FMA selbst noch einmal prüft, ist noch offen und hängt davon ab, ob die OePR der Aufsichtsbehörde genügend Unterlagen übermittelt. Atmosphärisch dürfte die ganze Angelegenheit schwierig werden, denn das Verhältnis OePR-FMA ist wegen Kompetenzstreitigkeiten: eisig.

Die Bilanzpolizisten haben festgestellt, dass für 2013 um 8,1 Mio. Euro zu wenig für Kredite vorgesorgt wurde, im Juni 2014 um 3,7 Mio. Euro. Zudem halten sie die Rückstellungen für Südosteuropa (1,16 Mrd. Euro) per Ende Juni für zu hoch, weil verfrüht. Für dieses Urteil hat die OePR selbst einen Gutachter beschäftigt, den Deutschen Jens Wüstemann. (gra, DER STANDARD, 2.5.2015)

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