Ausschreitungen bei Expo-Einweihung

2. Mai 2015, 11:56
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Die Polizei wurde mit Gegenständen und Knallkörpern beworfen, Autos wurden angezündet

Mailand – Fünf Anarchisten sind am Freitag in Mailand nach den schweren Zusammenstößen mit der Polizei am Rande der offiziellen Einweihung der Weltexpo festgenommen worden. Ihnen drohen wegen schwerer Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Polizei bis zu 15 Jahre Haft, berichteten italienische Medien. Bei den Krawallen wurden elf Polizisten verletzt.

Schwere Ausschreitungen haben am Freitag die Eröffnung der Weltausstellung in Mailand überschattet. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, die während eines Protestzuges unter dem Motto "No Expo" Scheiben einwarfen sowie Autos und Mülltonnen anzündeten. Die Krawalle verwandelten Teile des Stadtzentrums Mailands in ein Schlachtfeld; Wasserwerfer mussten Brände löschen, darunter ein Feuer in einer Bankfiliale. Vermummte und mit Gasmasken ausgerüstete Demonstranten attackierten die Polizei und zündeten Rauchbomben.

Die Scheiben eines McDonald's-Restaurants und einer Bank wurden eingeworfen. Rund 300 gewalttätige Demonstranten errichteten Barrikaden auf den Straßen der Innenstadt. Mehrere Gebäude wurden mit Graffiti beschmiert. Der Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia verurteilte die Krawalle und verlangte schwere Haftstrafen für die Randalierer.

Viele Expo-Gegner kritisierten die hohen Kosten der Ausstellung, das Zementieren des Areals im Nord-Westen Mailands sowie die Beteiligung großer Lebensmittelkonzerne als Sponsoren. In der Nacht vor der Eröffnung hatte eine Gruppe unbekannter Hacker die Ticket-Webseite für einige Stunden lahmgelegt. Etwa 2.600 zusätzliche Sicherheitskräfte sind für die Sicherheit der Expo hinzugezogen worden.

Renzi weihte ein

Zuvor ist die Expo eingeweiht worden. Italiens Premier Matteo Renzi eröffnete am Freitag die Leistungsschau, an der sich 145 Länder, darunter auch Österreich, beteiligen. "Wir haben es geschafft. Der große Tag ist gekommen", freute sich Renzi. Der Papst schaltete sich live bei der Eröffnungszeremonie ein und hob die Bedeutung des Themas Ernährung für die Welt hervor.

"Die Expo ist eine Gelegenheit, um die Solidarität zu globalisieren", sagte der Papst. Die Welt zu ernähren sei eine Pflicht für die Menschheit. "Millionen von Menschen leiden noch an Hunger, Millionen von Menschen werden heute nicht genug essen", sagte der Heilige Vater.

80 Pavillons vor Ort

"Den Planeten ernähren, Energie fürs Leben" ist das Thema der Ausstellung, mit der Italien große Hoffnungen auf Impulse für die Wirtschaft nach Jahren der Krise verbindet. "Die Expo ist ein Wendepunkt für Italien, aber auch für die ganze Welt. Das Thema Ernährung ist eine entscheidende Frage für die ganze Welt", kommentierte Italiens Staatschef Sergio Mattarella.

Erste Besucher strömten bereits pünktlich um 10.00 Uhr auf das Gelände, um die rund 80 Pavillons zu erkunden. Bis zuletzt wurde an den Expo-Pavillons und auf dem Gelände gearbeitet. Der Gastgeber Italien rechnet insgesamt mit 20 Millionen Besuchern in den kommenden sechs Monaten.

Vor Beginn der Eröffnungsfeier kam es zu Demonstrationen von Anarchistengruppen, die sich gegen die Expo aussprachen. Sie prangern eine Verschwendung öffentlicher Mittel an. Die rund 2,5 Milliarden Euro teure Schau war von Korruptionsskandalen überschattet. Eine Gruppe von Hackern versuchte in der Nacht, die Webseite für den Verkauf der Tickets zu sabotieren. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden auf dem Expo-Gelände ergriffen. (APA, 1.5.2015)

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  • "Die Expo ist eine Gelegenheit, um die Solidarität zu globalisieren", sagte der Papst bei der Eröffnung der Ausstellung.
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    "Die Expo ist eine Gelegenheit, um die Solidarität zu globalisieren", sagte der Papst bei der Eröffnung der Ausstellung.

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