Salzburger 1. Mai im Zeichen des Bettelverbotes

Bericht1. Mai 2015, 13:51
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150 nahmen bei Solidaritätsschlafen mit Armutsmigranten teil. Proteste gegen Bettelverbot auch bei traditioneller Maidemonstration

Salzburg - Wenn kommenden Montag die beiden Vizebürgermeister der Stadt Salzburg, Anja Hagenauer (SPÖ) und ihr ÖVP-Kollege Harald Preuner, zu einem Mediengespräch mit dem Titel "Maßnahmenpaket Armutsmigranten" einladen, werden sie voraussichtlich die konkreten Pläne für ein sektorales Bettelverbot in der Stadt Salzburg präsentieren. Die Maßnahme wurde immer wieder von der ÖVP und der Kronen Zeitung gefordert. Sie führt aber auch regelmäßig zu heftigen Protesten. Am 20. Mai soll das Verbot von der rot-schwarzen Gemeinderatsmehrheit abgesegnet werden.

Solidarität unter der Brücke

In der Nacht von 30. April auf den 1. Mai organisierte der Salzburger Romaverein Phurdo ein Solidaritätsschlafen mit den Bettlern und Bettlerinnen. Das Wort Phurdo ist Romanes und bedeutet so viel wie Brücke, die der Verein zwischen der Mehrheitsbevölkerung und den Roma bauen möchte. Laut Veranstalterangaben beteiligten sich etwa 150 Menschen - die Hälfte davon Roma - an der Aktion, mit der auch gegen das sektorale Bettelverbot protestiert wurde. Der Protest startete im Mirabellgarten, musste aber aufgrund der schlechten Wetterlage dann - der Lebensrealtität der Bettler in Salzburg entsprechend - tatsächlich unter eine Brücke verlegt werden.

400 bei Maidemo

Bei der traditionellen Maidemo am Freitag nahmen dann etwa 400 Menschen teil. Neben der KPÖ, den sozialdemokratischen Jugendorganisationen sowie kurdischen und türkischen Gruppen hat heuer erstmals auch die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter zu der Maidemo aufgerufen. Die FSG- wie auch die SPÖ-Spitze blieb der Demonstration freilich fern und feierte den Tag der Arbeit bei Grillhendl und Bier in den Räumen der Arbeiterkammer. Inhaltlich wandten sich die Demonstrationsteilnehmer ebenfalls gegen das zu erwartende Bettelverbot. (Thomas Neuhold, derstandard.at, 1.5.2015)

  • Vor allem die SPÖ wurde bei der Demonstration zum 1. Mai in Salzburg für ihr Nachgeben beim Thema Bettelverbot kritisiert.
    foto: thomas neuhold

    Vor allem die SPÖ wurde bei der Demonstration zum 1. Mai in Salzburg für ihr Nachgeben beim Thema Bettelverbot kritisiert.

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