Firtasch wird nicht an USA ausgeliefert

30. April 2015, 20:27
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Beschluss des Straflandesgerichts Wien

Wien - Der ukrainische Oligarch Dimitri Firtasch wird nicht an die USA ausgeliefert. Das entschied das Straflandesgericht Wien am Donnerstag. Die USA hatten die Auslieferung beantragt. Vorgeworfen wird ihm, bei einem Titan-Förderprojekt in Indien Politiker bestochen zu haben.

Die Staatsanwälte in Chicago wollten Firtasch deswegen vor einem Bundesgericht in Chicago sehen. Der Gasmilliardär war im März 2014 auf Grundlage eines US-Haftbefehls in Wien am hiesigen Sitz seiner Firma verhaftet worden. Gegen Zahlung einer Rekordkaution von 125 Millionen Euro kam er wieder frei. Bis zum Abschluss seines Auslieferungsverfahrens durfte er Österreich nicht verlassen.

"Politisch motiviert"

Firtasch selbst sah das US-Verfahren als "politisch motiviert" an. Die gegen ihn vorgebrachten Schmiergeldvorwürfe seien "völlig absurd". Ihm wird vorgeworfen, indische Regierungsvertreter im Zusammenhang mit einem Titan-Förderprojekt geschmiert zu haben. Der Unternehmer war auf Verlangen der US-Justiz in Österreich verhaftet worden, kam aber gegen eine Rekordkaution von 125 Millionen Euro im März 2014 wieder frei. Seine Verhaftung fiel mit dem Umbruch in der Ukraine zusammen. Firtasch wurden gute Kontakte zum im Februar 2014 gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch nachgesagt.

Zu den Prozessbeobachtern zählte auch der ukrainische Botschafter in Wien, Oleksander Scherba. Die Ukraine verfolge den Firtasch-Prozess "genau", twitterte Scherba aus dem Gerichtssaal. (APA, red, 30.4.2015)

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