Es gibt noch Arbeit für die Guerrilla Girls

2. Mai 2015, 10:23
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Nach 30 Jahren gibt es immer noch Stoff für Kampagnen der Guerrilla Girls, die "Generation Katniss" ist da und Tag der unsichtbaren Arbeit

30 Jahre Guerrilla Girls: Vor 30 Jahren skandalisierten die Guerilla Girls, was damals in der Kunstwelt - und außerhalb dieser - nicht weiter auffiel. Zwar gab es in Museen viele nackte Frauen, aber um Künstlerinnen war es schlecht bestellt. Heute freut man sich in manchen Museen, endlich auch Frauen eine Einzelausstellung gewidmet zu haben oder über einen Anteil von 30 Prozent Künstlerinnen in Sammlungen. Das Guerrilla Girl "Frida Kahlo" kann dem wenig abgewinnen: "Wo sind die restlichen 20 Prozent?".

In der aktuellsten Kampagne haben die Guerrilla Girls ein altes Plakat aus dem Jahr 1985 nur geringfügig adaptiert, denn ein großer Sprung ist nicht gelungen. Die Feststellung, dass Galerien nicht mehr als 10 Prozent Künstlerinnen ausstellen, wurde auf dem neuen Plakat nur auf 20 Prozent korrigiert.

Und die berühmte Guerrilla Girls-Frage "Müssen Frauen nackt sein, um in ein Museum zu kommen" haben sie auch überarbeitet: "Müssen Frauen nackt sein, um in ein Musikvideo zu kommen? Während 99 Prozent der Männer angezogen bleiben!"

Ängstliche und gerechte Generation: Noreena Hertz, Professorin am University College London, sieht in den 13- bis 20-jährigen Mädchen eine sehr ängstliche, aber auch kritische Generation heranwachsen. Hertz befragte mehr als 1.000 Teenager-Mädchen, die mit sozialen Medien, Rezessionen und globalen Konflikten aufwachsen, schreibt die Washington Post. Als "Generation Katniss" beschreibt Hertz diese Generation, benannt nach der Heldin der Buch- und Filmreihe "Die Tribute von Panem", die sich in einer postapokalyptischen Welt durchschlägt - und dabei um Gerechtigkeit kämpft. Denn obwohl Hertz durch ihre Befragungen zu dem Schluss kommt, es handle sich bei dieser Generation um eine sehr sorgenvolle, sei sie dennoch von dem starken Bewusstsein über soziale Schieflagen überrascht gewesen. Fragte sie die Mädchen etwa über den Gender Pay Gap, schüttelten diese einige Fakten über die schlechtere Bezahlung von Frauen aus dem Ärmel.

Der besorgte Blick in die Zukunft der "Generation Katniss" könnte ihr eine wichtige Rolle verschaffen, so Hertz. "Diese Generation feiert Diversität, ihre eigene Unabhängigkeit. Und sie will gestalten und gehört werden."

Tag der unsichtbaren Arbeit: Die Initiative "Care.Macht.Mehr" macht am 1. Mai auf Arbeit aufmerksam, die im "Schatten oder an den Rändern formeller Arbeit" geleistet wird. Der 1. Mai soll zum Tag der unsichtbaren Arbeit werden und die Tätigkeiten von Müttern und Vätern, pflegenden Angehörigen, Reinigungskräften oder ErzieherInnen soll endlich mehr gesellschaftliche Anerkennung erfahren. Denn: "Diese Arbeitsleistung entzieht sich der öffentlichen und politischen Aufmerksamkeit".

Gute Nachrichten für Lea DeLaria-Fans: In der vierten Staffel der Frauengefängnis-Serie "Orange is the New Black" wird die Rolle der Carrie "Big Boo" Black, gespielt von Lea DeLaria, mehr ins Zentrum des Litchfielder Gefängnisses rücken. 1993 war Lea DeLaria die erste homosexuelle Komikerin, die in in einer Late Night Show auftrat.

(red, 2.5.2015)

dieWochenschau versammelt einige feministische Debatten und Ereignisse der vergangenen Woche, die in Blogs, sozialen Medien oder anderen Zeitungen aufgetaucht sind.

  • Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen.
    foto: ap/lionsgate, murray close

    Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen.

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