Cup-Finalist Ogris ist keine Dauerlösung

30. April 2015, 14:52
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Neuer Austria-Trainer soll schon bei Finale auf Tribüne sitzen, auch Ablösezahlung laut Kraetschmer nicht ausgeschlossen - Wohlfahrt "sammelt Bonusmeilen"

Wien - Austria-Sportdirektor Franz Wohlfahrt wird dieser Tage zum Kilometerfresser. Die Wiener wollen ihren Trainer für die kommende Saison in der zweiten Mai-Hälfte präsentieren. Beim Cup-Finale am 3. Juni in Klagenfurt soll der neue Chefcoach nach Möglichkeit bereits auf der Tribüne sitzen. Auch die Zahlung einer Ablöse ist nicht ausgeschlossen.

Ogris ist keine Option

Interimscoach Andreas Ogris wird auch im Fall eines Cup-Sieges nicht zur Dauerlösung. Das bestätigte Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer am Donnerstag in einer Pressekonferenz. "Andi Ogris ist wichtig für den Klub. Aber wir sehen ihn in einer anderen Funktion als der des Cheftrainers", sagte Kraetschmer über den früheren Amateure-Coach, der nach der Trennung von Gerald Baumgartner im März bis Saisonende eingesprungen ist.

"Andi Ogris hat uns in einer schwierigen Situation unterstützt. Das war keine leichte Aufgabe", erinnerte Kraetschmer nach dem gewonnenen Cup-Halbfinale gegen den WAC (3:0). "Heute strahlen die Gesichter." Mit einem Finalsieg gegen Favorit Salzburg könnten die Violetten doch noch in den Europacup einziehen. Drei Tage davor geht es in der letzten Ligarunde am 31. Mai ebenfalls gegen die Salzburger.

Wohlfahrt on Tour

Bis dahin soll auch der künftige Austria-Trainer feststehen. "Das ist wahrscheinlich unsere wichtigste Personalentscheidung diesen Sommer. Daher geben wir uns Zeit", erklärte Kraetschmer. Wohlfahrt war auch am Donnerstag unterwegs, um mögliche Kandidaten auszuloten. Kraetschmer: "Er sammelt im Moment viele Kilometer und Bonusmeilen."

Der Zeitplan ist bereits bekannt. "Bis Mitte Mai wollen wir die Grundsatzentscheidung getroffen haben, sodass wir in der zweiten Mai-Hälfte alles unter Dach und Fach haben", sagte Kraetschmer. Laut dem AG-Vorstand sollte der neue Trainer seinem zukünftigen Team beim Cup-Finale bereits auf die Beine schauen - "so es Zeit und Vertragssituation erlauben".

Eine Liste von zwischenzeitlich bis zu 40 Kandidaten hat Wohlfahrt mittlerweile wieder deutlich verkleinert. Der neue Chefcoach soll auch in die Kaderplanung entscheidend miteingebunden werden. Selbst die Zahlung einer Ablöse sei für den Wunschtrainer kein Hindernis. Kraetschmer: "Wenn wir von einer Person überzeugt sind, wäre das, wenn es die Situation erfordert, kein Ausschließungsgrund."

Noch kein Gegentreffer im Cup

In fünf Spielen kassierten die Violetten bei 22:0 Toren noch keinen Gegentreffer. "Die Chancen im Finale stehen 50:50", meinte Austria-Kapitän Markus Suttner. Wohlwissend, dass mit den Salzburgern im Endspiel ein anderes Kaliber wartet. Als Lohn für den Finalsieg würde doch noch die für den Club so wichtige Europa-League-Qualifikation winken.

"Es wird eine Challenge am 3. Juni. Aber wir werden alles versuchen, auch das letzte Cupmatch der Saison positiv zu gestalten", versicherte Austrias Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer. "Es ist für den ganzen Club sehr wichtig, dass wir das Finale erreicht haben. Wir spielen um einen Titel, das ist auch für das Image wichtig." Mit dem Aufstieg gegen den WAC sei "ein Ruck durch den ganzen Verein gegangen".

Einserstürmer Gorgon?

Für einen Impuls im zuletzt lahmenden Offensivspiel sorgte Alexander Gorgon, den Ogris im Sturmzentrum aufgeboten hatte. Der 26-Jährige kam erstmals nach seiner überstandenen Knöchelverletzung von Beginn an zum Einsatz. "Er hat sehr gut hineingefunden. Es war klar, dass wir mit Gorgon vorne eine ganz andere Wucht haben", meinte Ogris. Den Flügelspieler bis auf Weiteres stürmen zu lassen sei daher "eine Überlegung".

Neuzugang Philipp Zulechner kehrte nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel erst am Donnerstag ins Mannschaftstraining zurück. Mit den jungen Angriffs-Alternativen Marko Kvasina (18) und Alexander Frank (21) ist Ogris zwar zufrieden: "Sie sind auf einem guten Weg, sie müssen aber auch noch sehr viel dazulernen." (APA, 30.4.2015)

  • Ogris: "Es war klar, dass wir mit Gorgon vorne eine ganz andere Wucht haben."
    foto: apa/eggenberger

    Ogris: "Es war klar, dass wir mit Gorgon vorne eine ganz andere Wucht haben."

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