"Schwulenpropaganda": Russe zeigt Apple wegen Gratis-U2-Albums an

30. April 2015, 14:19
89 Postings

Der Generalanwalt wurde von rechtsextremem Politiker beauftragt, Apple zu überprüfen

Apple gerät ins Visier der russischen Generalanwaltschaft: Der IT-Konzern wird aufgrund der kontroversen Gesetze zur Eindämmung von "homosexueller Propaganda bei Minderjährigen" untersucht. Ein rechtsextremer russischer Abgeordneter namens Alexander Starovoitov hat die Causa initiiert. Streitpunkt ist die Verteilung des U2-Albums "Songs of Innocence", das iTunes Nutzer vergangenen Herbst kostenfrei herunterladen konnten.

Cover als Anstoß

Starovoitov stößt sich an dem Coverbild des Albums: Es zeigt U2-Drummer Larry Mullen Jr., der seinen 18-jährigen Sohn Elvis umarmt. Beide sind mit nacktem Oberkörper abgebildet. Der Abgeordnete interpretiert das Bild dahingehend, dass es für "Sex zwischen Männern" werbe. Wird Apple verurteilt, könnte der Konzern laut Guardian für 90 Tage vom russischen Markt ausgeschlossen werden. Alternativ wäre eine Geldstrafe. Allerdings wurde das strittige Cover erst später veröffentlicht, zum Zeitpunkt des Apple-Gratis-Downloads war es noch nicht vorhanden.

Apple im Visier der Hetzer

Apple geriet in den vergangenen Monaten immer öfter in den Fokus von russischen Hetzern. Nach dem Coming-Out von Apple-CEO Tim Cook entfernten homophobe Russen ein Denkmal, das zu Ehren von Apple-Gründer Steve Jobs aufgestellt worden war. Die russischen Gesetze werden weltweit von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. (fsc, 30.4.2015)

  • Absurde Anschuldigungen gegen Apple und U2
    foto: reuters/hanschke

    Absurde Anschuldigungen gegen Apple und U2

Share if you care.