WhatsApp: Verschlüsselung laut Experten "weitgehend nutzlos"

30. April 2015, 13:38
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Nutzer können sich nicht darauf verlassen, dass die Verschlüsselung tatsächlich zum Einsatz kommt

Die Nachricht sorgte für Aufregung: WhatsApp werde ab sofort alle Nachrichten verschlüsseln, kündigte der Messenger vergangenen November an. Zuerst sollten Android-Nutzer mehr Sicherheit erfahren, dann andere Versionen folgen. In Punkto Datenschutz war das eine wichtige Nachricht, gilt WhatsApp doch als meistgenutzter Messaging-Dienst der Welt. Doch wie gut ist die Verschlüsselung wirklich? Das deutsche Magazin c’t hat die WhatsApp-Verschlüsselung nun unter die Lupe genommen.

Nutzer erkennt Status nicht

Das Ergebnis. WhatsApp verschlüsselt bei zwei Android-Nutzern tatsächlich Ende-zu-Ende, bei der iOS-Version allerdings überhaupt nicht. Für den Nutzer ist das ein Problem, da er nicht erkennt, ob verschlüsselt wird. Dadurch bleibt der Einsatz der Verschlüsselung eine "Geste", aber "weitgehend nutzlos". Zum Testen startete c’t einen "Man in the middle"-Angriff und überprüfte empfangene Nachrichten mit dem Tool "yowsup". Die WhatsApp-Server selbst konnten natürlich nicht untersucht werden.

Intransparent

Das Magazin kritisiert auch, dass sich WhatsApp zum Verschlüsselungsmechanismus in Schweigen hüllt. Für den Transport nutzt WhatsApp eine Verschlüsselung mit RC4-Algorithmus, der nicht als sicher gilt. Dadurch werden einzelne Nachrichten angreifbar. Der Massenüberwachung durch die NSA schiebt dies aber einen Riegel vor. Immerhin in diesem Punkt hat WhatsApp für mehr Sicherheit gesorgt. (fsc, 30.4.2015)

  • WhatsApp: Verschlüsselung nur als Geste?
    foto: imago/kraehn

    WhatsApp: Verschlüsselung nur als Geste?

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