Bald dürften 93.000 Steirer Pflege brauchen

30. April 2015, 12:56
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"Wildwuchs" bei stationärer Pflege soll bekämpft werden

Graz - Der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) hat am Donnerstag den ersten Entwurf des Bedarfsplans für die Pflege bis 2025 vorgelegt. Basierend auf demografischen Hochrechnungen gelte es, die häusliche Pflege durch Angehörige "stark zu halten" und mit Entlastungen attraktiver zu machen. Die stationäre Pflege soll auf etwa gleichem Betten-Niveau bleiben, hieß es am Donnerstag.

"Wildwuchs" bekämpfen

Mit der Analyse des Bedarfs und der Entwicklung im Bereich der pflegebedürftigen Personen ist das Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research beauftragt worden. Nach der Erarbeitung des Plans soll laut Drexler der "Wildwuchs bei der stationären Pflege" ein Ende finden.

Grundlage für die Analyse sind demografische, sozioökonomische und gesundheitsbezogene Daten sowie Strukturangaben und Inanspruchnahme-Erhebungen der Pflege- und Betreuungsdienstleistungen in der Steiermark. Ziel sei es, dass Pflegebedürftige so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben können, meinte Drexler. Diese "informelle Pflege" sei schon bisher die "tragende Säule des gesamten Systems". Derzeit würden 68 Prozent jener Menschen, die Pflegegeld beziehen, zu Hause von Angehörigen betreut. Das sind in der Grünen Mark etwa 53.000 Menschen.

Teilstationäre Pflege vor dem Ausbau

Für Entlastung soll der Ausbau von Kurzzeitpflegeplätzen und teilstationärer Tagesbetreuung sorgen, etwa damit Angehörige in den Urlaub fahren können. Auch die mobile Pflege, Tagesbetreuung und alternative Wohnformen sollen stark ausgebaut werden. Derzeit beziehen rund 78.000 Steirer Pflegegeld, bis 2025 sollen es etwa 93.000 sein. Die mobilen Betreuungsstunden dürften von einer Million im Jahr 2013 auf etwa 1,6 Millionen im Jahr 2025 ansteigen.

Den Entwurf des Bedarfsplans will Drexler am Dienstag den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses im Landtag präsentieren, dann sollen betroffenen Stellen eingebunden werden. Ziel sei es, zu Beginn der neuen Legislaturperiode den endgültigen Plan der Landesregierung und dem Landtag vorzulegen. (APA, 30.4.2015)

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