NASA-Sonde "Messenger" stürzt auf den Merkur

30. April 2015, 22:40
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In der Nacht auf Freitag fand die Raumsonde ihr spektakuläres Ende. Die fast elfjährige Mission ist eine Erfolgsgeschichte

Washington - Mit einem Sturz auf den Merkur endete in der Nacht auf Freitag die Mission der NASA-Sonde "Messenger" ("MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry and Ranging"). Der im Sommer 2004 gestarteten Sonde ist erwartungsgemäß der Treibstoff ausgegangen. Seit März 2011 hatte sie den unwirtlichen Planeten umkreist, dabei mehr als 250.000 Fotos gemacht und große Mengen an Daten gesammelt, die nun analysiert werden sollen.

Weil Zustand und Tank es zuließen, war die Mission von der US-Weltraumbehörde NASA zweimal um insgesamt vier Jahre verlängert worden - ursprünglich waren von "Messenger" nur etwa 2.500 Bilder erwartet worden.

Crash mit 3,91 km/s

Am 24. April dieses Jahres wurde ein letztes Mal die Umlaufbahn der Raumsonde korrigiert, der Treibstoff ist nun aufgebraucht. Nach Berechnungen der NASA schlug sie mit einer Geschwindigkeit von 3,91 Kilometern pro Sekunde auf der erdabgewandten Seite auf dem Merkur ein.

Bis ungefähr zehn Minuten vor dem Aufprall auf dem sonnennächsten Planeten im Sonnensystem, der Temperaturschwankungen von mehreren Hundert Grad Celsius aufweist und einen Durchmesser von fast 5.000 Kilometern hat, bestand noch Kontakt zu "Messenger".

Voller Erfolg

Die rund 500 Kilogramm schwere Sonde hat für die Merkur-Forschung Pionierarbeit geleistet: Als sie im August 2004 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida startete, hatte es zuvor mehr als 30 Jahre lang keine Mission zum Merkur gegeben.

Die einzige Vorläufer-Mission, "Mariner 10", hatte nur die Hälfte der Oberfläche des seit mindestens 3000 Jahren bekannten Planeten kartiert, "Messenger" konnte wichtige Lücken schließen. "Zum ersten Mal in der Geschichte haben wir jetzt ein wirkliches Wissen über Merkur, das ihn als einen faszinierenden Teil unseres Sonnensystems zeigt", kommentierte NASA-Manager Grunsfeld die Mission.

Die Messenger-Daten der vergangenen Jahre begeisterten die Wissenschaftswelt: Die mit einem Schild aus Spezialkeramik gegen die Hitze geschützte Sonde mit acht wissenschaftlichen Instrumenten an Bord entdeckte unter anderem unerwartet starken Vulkanismus, einen ungewöhnlichen Eisenmangel in der Oberfläche und Hinweise auf Wasser. Zudem fotografierte sie die letzten bis dahin noch unbekannten Gebiete des Planeten. (APA/red, derStandard.at, 30.4.2015)

  • "Messenger" sieht ihrem spektakulären Ende entgegen. Der Wissenschaft erwies sie gute Dienste.
    foto: nasa/jhu apl/carnegie institution of washington

    "Messenger" sieht ihrem spektakulären Ende entgegen. Der Wissenschaft erwies sie gute Dienste.

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