Draußen sein mit ... der Dynafit Traverse Hybrid Jacke

3. Mai 2015, 14:00
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Hybridjacken sind auch für einen Städtetrip praktisch, getestet wurde in Lissabon

Traillaufen ist immer noch das ganz große Sommer-Berg-Ding: Wer etwa in Chamonix abseits der Skisaison unterwegs ist, findet in den Shops außer Trailrunningzeug nur Trailrunninngzeug. Sagt man mir jedenfalls. (Ich war noch nie im Sommer in Chamonix)

Kein Wunder, dass bei diesem attraktiven Markt die großen Berg-Marken mitspielen wollen - und kein Wunder also, dass mittlerweile fast alle namhaften Hersteller in diesem Segment nicht nur Schuhe, sondern auch Ausrüstung anbieten.

Ob ich nicht die Stockundstein-Laufkollektion seiner Marke ausprobieren wolle, fragte der Marketingmensch des Südtiroler Berg-Labels "Dynafit" (die vor allem wegen ihrer ultraleichten Skitourenbindungen und anderem High-End-Alpinequipment bekannte Schwester von Salewa) vor rund zwei Monaten - und wenig später landete eine Kiste mit Ausrüstung bei mir daheim.

foto: thomas rottenberg

Blöderweise bin ich aber bis dato - marathonbedingt - nicht zum "Gatschhüpfen" gekommen: Der lang geplant Text zu ein paar Trail-Schuhen (hier oder im Laufblog "Rotte rennt"), aber auch Trail-Rücksäcken (hier) muss also noch ein paar Wochen warten. Aber immerhin schaffte ich es, die ultraleichte "Traverse Hybrid"-Jacke in der Praxis auszuprobieren: bei einem Städtetrip nach Lissabon.

Für den Wetterumschwung

Inwiefern ein Städtetrip mit der Trail-Anwendung vergeichbar ist? Nun: Auch beim Laufen dient so ein Jäckchen vor allem als Backup. Für Wetterumschwünge und/oder den Wechsel in trockene und winddichte Sachen nach dem Lauf - oder bei einer Pause. Denn bei einem tatsächlich hochalpin-ausgesetzten und/oder erwartbar von schwerem Wetter beeinträchtigten Lauf (Wanderung/Tour) ohne Abbruch- oder Exitstrategie, würde nur ein Wahnsinniger sich ausschließlich auf die ultraleichten Hybridjacken (egal welcher Marke) verlassen: Die Dinger sind der perfekte Kompromiss. Wasser- und windabweisend, atmungsaktiv, elastisch und warm - aber dennoch so dünn, leicht und klein verpackbar, dass man sie (fast) in der hohlen Hand verschwinden lassen kann.

Freilich: Die eierlegende Wollmilchsau existiert nicht - doch mit den seit ein paar Jahren auf den Markt drängenden Hybrid-Jacken kann man da auch als Endverbraucher sehr gut selbst Schwerpunkte setzen. Denn bei den "Hybriden" ist die Funktionalität von Stelle zu Stelle unterschiedlich. Meist - so auch bei der "Traverse" - sind die wärmenden (Primaloft)-Elemente auf Bauch, Brust und Rücken beschränkt. Die Flanken sind aus elastischem und atmungsaktivem Material - und im Gegensatz zum Rest der Jacke eben nicht wind- oder wasserabweisend: Einen Regenguss, Nieseln, ein bisserl Wind, eine kleine kalte Phase oder eine Pause "packt" man damit locker. Aber dauerhaft … siehe oben.

foto: thomas rottenberg

In Lissabon war das Wetter genau so: In der Früh und im Schatten frisch. Hin und wieder ein paar Regenspritzer. Wenn einem da an jedem zweiten Eck ein mitunter ordentlicher Wind entgegenbläst, ist das T-Shirt definitiv zu wenig. Durch den Pulli pfeift es durch - doch für eine "echte" Jacke ist es doch zu warm. Vor allem, weil man ständig in Bewegung ist.

foto: thomas rottenberg

Wirklich zeigen was sie konnte durfte die Jacke dann bei einer (Speed)-Bootfahrt auf dem Tejo, entlang der City-Waterline: Fahrtwind, Wolken, Sonne und Gischt ließen die Mitfahrenden rasch zu den "klassischen" Goretex-Jacken der Veranstalter greifen - und (auf Nachfrage: soooo schlimm war es dann natürlich auch nicht) über Schwerfälligkeit und Wärmeentwicklung jammern. Die "Traverse" dagegen war genau richtig. Und verschwand an Land auf Nano-Format komprimiert im Rucksack.

Theoretisch - also mit einem bisserl strukturiertem Gefummel und einer Spur Gewalt - passt die Jacke sogar in ihre eigene Brusttasche. Bloß: Diese Mühe macht man sich wohl weder im touristischen, noch im tourenden oder laufenden An-Aus-An-Aus-Alltag.

foto: thomas rottenberg

Für eine (eventuelle) Kaufentscheidung relevanter ist da vermutlich die Bluesign-Zertifizierung des Teils. Bluesign ist ein Nachhaltigkeitszertifikat, erklärt Dynafit: "Es schließt umweltbelastende Substanzen von Anfang an aus dem Fertigungsprozess aus, legt Richtlinien fest und kontrolliert deren Einhaltung für eine umweltfreundliche und sichere Produktion. Dadurch wird … sichergestellt, dass das textile Fertigprodukt strengsten Verbraucherschutzanforderungen weltweit standhält." (Thomas Rottenberg, derStandard.at, 03.05.2015)

foto: hersteller

Preis: 200€

Gewicht: 258 Gramm

Dynafit

Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien:

Der Trip nach Lissabon war eine zur Gänze privat bezahlte Reise. Die beschriebenen Produkte wurden für einen beschränkten Zeitraum vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt.

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