Trotz Erfolg: "Gerüchte"-App Secret wegen Mobbing eingestampft

30. April 2015, 09:47
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Hatte über 15 Millionen Nutzer und 35 Millionen Dollar an Investments

Es sei die "schwerste Entscheidung" seines Lebens, schreibt Secret-Gründer David Byttow in einem Eintrag auf Medium: Die App Secret werde ihren Betrieb einstellen und rund 35 Millionen Dollar an Investments zurückzahlen. Secret sei nicht mehr, was er sich einst vorgestellt habe, erklärte Byttow. Nähere Gründe für das Aus nannte er nicht. Vor rund einem Jahr hatte Secret in der IT-Branche für Furore gesorgt. Die App erlaubt es, anonym Gerüchte zu verbreiten oder Sünden zu beichten.

Auswüchse

Zeitweise sorgte Secret sogar für schwankende Aktienkurse bei großen IT-Konzernen, wenn etwa Berichte über eine Übernahme die Runde machten. In Brasilien gingen Behörden laut Wired gegen die App vor, weil massives Mobbing stattfand. Das Secret-Team war nicht in der Lage, diese Auswüchse zu kontrollieren. Außerdem gewannen Konkurrenten wie YikYak oder Whisper an Sympathisanten, auch wenn Secret mit über 15 Millionen Nutzern lange Zeit dominierte.

"Bewundernswert"

CEO David Byttow will sich nun neuen Aufgaben zuwenden. Wired spricht von einer durchaus "bewundernswerten Entscheidung" des jungen Firmengründers, der sich gegen eine angesichts der Probleme unverantwortlichen Weiterführung des Projekts entschieden hat. (fsc, 30.4.2015)

Links:

Wired

  • Secret galt einst als Darling des Silicon Valley
    foto: reuters/shino

    Secret galt einst als Darling des Silicon Valley

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