Kärntner Finanzloch: Auch 10.000 Euro für Bachmann-Preis eingefroren

29. April 2015, 15:55
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Literaturwettbewerb laut ORF-Landesdirektorin aber nicht gefährdet

Klagenfurt/Wien - Der Liquiditätsengpass in Kärnten macht auch vor dem renommierten Bachmann-Preis nicht Halt. Das Land hat 10.000 Euro Zuschuss zugesagt. Weil die Zusage nur mündlich vorliegt, fällt die Subvention wie alle anderen nicht vertraglich fixierten Ausgaben unter den Zahlungsstopp des Landes, wie eine Sprecherin von Kulturlandesrat Christian Benger auf Anfrage am Mittwoch sagte.

ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard hat vom Land bezüglich der finanziellen Unterstützung noch nichts gehört, wie sie am Mittwoch sagte. "Natürlich ist es schade, weil wir jeden Euro brauchen, aber die Durchführung des Literaturwettbewerbs ist durch einen Zahlungsausfall des Landes nicht gefährdet", meinte sie zu den Auswirkungen des "Einfrierens" der Subvention. Das Land hatte sich erst vor zwei Jahren nach langer Pause wieder dazu entschlossen, den Bachmann-Preis zu unterstützen, einen schriftlichen Fördervertrag gibt es allerdings nicht.

Weitere Verhandlungsrunde

Ein prinzipielles Bekenntnis zur Förderung der Tage der deutschsprachigen Literatur, in deren Rahmen der Preis verliehen wird, gebe es aber sehr wohl, so die Benger-Sprecherin. Das Geld werde somit fließen, wenn die weitere Finanzierung des Landes durch die Bundesfinanzierungagentur (ÖBFA) unter Dach und Fach ist. Kärnten benötigt allein für das laufende Jahr 343 Millionen Euro. Für Donnerstag ist eine weitere Verhandlungsrunde in Klagenfurt anberaumt.

Zu Wort gemeldet haben sich am Mittwoch auch Kärntner Literaturvereinigungen. In einer gemeinsamen Aussendung forderten sie eine Ausnahme vom Zahlungsstopp für ihre Zunft. Es geht um das Ausbleiben von Förderungen in Höhe von jeweils 1.000 bis 3.000 Euro, die in den vergangenen Jahren gewährt worden sind. Die "IG Autorinnen Autoren Kärnten" forderte indes - unter Verweis auf den kürzlich vergebenen, mit 15.000 Euro dotierten Gert-Jonke-Preis - das Aussetzen sämtlicher Kulturpreise, solange die Regierung "nicht in der Lage ist, Mindestsubventionen zu verteilen". (APA, 29.4.2015)

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