Londoner Stadtteil plant DNA-Tests für Hundekot

29. April 2015, 09:39
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Pilotprojekt soll im September 2016 starten - Strafen bis 110 Euro bei Überführung

London - Kothaufen auf der Straße können für Hundebesitzer in einem Londoner Stadtteil künftig teuer werden. Der Bezirk Barking (deutsch: Bellen) and Dagenham will unschöne Hinterlassenschaften in Parks und auf Gehsteigen auf die DNA ihrer Urheber untersuchen und so herausfinden, hinter welchem Hund nicht aufgeräumt wurde.

"Wir sind der erste Bezirk im Land, der entschlossen gegen Hundedreck vorgeht und gegen Haustierbesitzer, die sich nicht sozial verhalten", sagte der Leiter der Bezirksverwaltung, Darren Rodwell, laut einer Mitteilung.

Bis zu 80 Pfund (etwa 110 Euro) soll es die Hundebesitzer kosten, wenn sie den Hundedreck liegenlassen und er per DNA-Abgleich überführt werden. Die Beseitigung von Hundekot kostet den Bezirk laut offiziellen Angaben 2,3 Millionen Pfund (rund 3,2 Millionen Euro) pro Jahr.

Datenbank "Pooprints"

Ein Pilotprojekt soll im September 2016 starten, wie der Bezirk bekanntgab. Voraussetzung ist, dass die tierische DNA irgendwo gespeichert wird und mit dem Hundekot abgeglichen werden kann. Möglich wäre das über die Datenbank "Pooprints", die in den USA ins Leben gerufen wurde. Die tierische DNA zu entnehmen sei ganz einfach - mit einem schmerzlosen Abstrich von der Innenseite der Wange.

"Der Großteil der Hundebesitzer in Barking and Dagenham übernimmt soziale Verantwortung, aber leider gibt es ein paar Egoisten, die glauben, es sei in Ordnung, nicht hinter seinem Haustier sauberzumachen", sagte Rodwell laut der Mitteilung. "Hundekot verdreckt nicht nur unsere Straßen, er ist außerdem eine Gesundheitsgefahr, vor allem für kleine Kinder." In den USA gibt es nach Angaben der Verwaltung ähnliche Projekte, die den Hundedreck um 90 Prozent reduziert hätten. Auch in Neapel gibt es ein ähnliches Vorhaben. (APA, 29.4.2015)

  • Statt mit Verbotsschildern wie 2011 in Hessen versucht man es im Londoner Stadtteil Barking and Dagenhammit DNA-Tests und Geldstrafen.
    foto: dpa/roland weihrauch

    Statt mit Verbotsschildern wie 2011 in Hessen versucht man es im Londoner Stadtteil Barking and Dagenhammit DNA-Tests und Geldstrafen.

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