Mit weniger China schaut für China mehr heraus

28. April 2015, 17:58
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Bei der Heim-WM wider die eigene Tyrannei

Suzhou/Wien - Die International Table Tennis Federation (ITTF) ist seit Dienstag der größte Sportdachverband der Welt. Nach der Aufnahme von São Tomé und Príncipe sowie des Südsudan zählt die ITTF 222 Mitglieder und verweist den bisher gleichauf liegenden Volleyballverband auf Rang zwei. Der hat dafür nicht das Problem, von einer Nation vollkommen beherrscht zu werden.

China pflegt im Tischtennis Gold en gros zu gewinnen. Das letzte nichtchinesische Gold bei einer Mannschafts-WM holten die Damen aus Singapur 2010, das letzte WM-Einzelgold, das nicht nach China ging, ging 2003 nach Niederösterreich und also an Werner Schlager, der in Paris triumphiert hatte. Die chinesische Überlegenheit langweilte zuletzt sogar die Chinesen selbst, weshalb sie im Vorjahr den Antrag stellten, die WM-Doppel für Paarungen aus verschiedenen Verbänden zuzulassen.

In Suzhou, 100 Kilometer nordwestlich von Schanghai, sorgt das Duo Timo Boll / Ma Long für die größte Aufmerksamkeit. Als ruchbar wurde, dass der sechsmalige deutsche Europameister und der chinesische Mannschaftsolympionike und sechsmalige Mannschaftsweltmeister zusammenspielen würden, zogen Ticketverkäufe und Sponsoreinnahmen deutlich an. Allerdings wartet auf Boll/Ma schon in Runde zwei das ultimative Duell mit dem chinesischen Duo Xu Xin / Zhang Jike.

Österreich ist abgesehen davon bereits einer Hoffnung beraubt. Liu Jia (33), die Zwölfte der Weltrangliste, unterlag zum Auftakt der 18-jährigen Südkoreanerin Lee Zion nach 2:0-Führung mit 2:4. (red)

  • Timo Boll spielt bei der WM im Doppel  mit Ma Long. "Ich will einmal im Leben Weltmeister werden", sagt der  Deutsche.
    foto: apa/epa/dela pena

    Timo Boll spielt bei der WM im Doppel mit Ma Long. "Ich will einmal im Leben Weltmeister werden", sagt der Deutsche.

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