Leben unter den Antarktischen Trockentälern vermutet

2. Mai 2015, 15:09
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Hinweise auf Netzwerke unterirdischer Salzwasserseen entdeckt, die mikrobielle Ökosysteme beherbergen könnten

Knoxville – Die Antarktischen Trockentäler oder auch McMurdo Dry Valleys bezeichnen die größte eisfreie Region der Ostantarktis. US-Forscher fanden dort nun klare Hinweise auf Netzwerke unterirdischer Salzwasserseen - und damit auch auf potenzielles mikrobielles Leben unter der unwirtlichen Oberfläche.

Die extremen Bedingungen dieser einzigartigen Landschaft bringen etwa das Phänomen der sogenannten Bloodfalls hervor. Dabei handelt es sich um einen Ausfluss einer mit Eisenoxid angereicherten, rötlichen Salzfahne, die sich aus der Zunge des Taylor-Gletschers ergießt. Nach früheren Analysen beinhaltet diese Sole Ökosysteme von Mikroben, die Sulfate und Eisen-Ionen metabolisieren.

Unterirdische Soleseen

Die Forscher um Jill Mikucki untersuchten nun mithilfe eines an einem Helikopter angebrachten elektromagnetischen Sensors Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt unter der Oberfläche großer Areale der McMurdo Dry Valleys. Die Auswertung der Daten zeigte ein verzweigtes System unterirdischer Wasserschichten, die die Voraussetzungen für mikrobielles Leben bieten.

Dass sich aus diesen Salzwasserseen auch die Bloodfalls speisen, sei wahrscheinlich, meinen Mikucki und Kollegen. Weitere Untersuchungen sollen nun Gewissheit bringen, was genau sich unter den Trockentälern verbirgt. (red, derStandard.at, 2.5.2015)

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