Studie: Bis 2030 verschwinden 170 Millionen Hektar Wald

6. Mai 2015, 07:00
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WWF: Ausweitung der Agrarindustrie, Viehhaltung sowie Straßen- und Kraftwerksbau als Hauptgründe

Berlin/Brasilia - In den nächsten 15 Jahren könnten nach einer neuen Studie weltweit bis zu 170 Millionen Hektar Wald verschwinden. Dies entspreche fast der fünffachen Fläche Deutschlands, wie Umweltorganisation WWF am Dienstag in Berlin mitteilte. Der "Living Forests"-Repoert der Umweltschützer nennt elf "Entwaldungsfronten", an denen weltweit mit den größten Verlusten zu rechnen ist. Die überwiegende Zahl dieser Brennpunkte liegt in den Tropen.

Besonders betroffen seien Borneo, die Mekong-Region sowie das Amazonas-Gebiet. Der Amazonas könnte sogar ein Drittel seiner Waldfläche verlieren. Als Hauptgründe nennt die Studie die Ausweitung der Agrarindustrie, Viehhaltung sowie Straßen- und Kraftwerksbau.

Die Gründe für die Entwaldung variieren laut WWF von Gebiet zu Gebiet. Der mit Abstand wichtigste Faktor sei global gesehen jedoch die industrielle Landwirtschaft. Insbesondere die Viehhaltung und der Anbau von Palmöl und Soja in riesigen Monokulturen verschlingen immer größere Flächen. Hinzu kommen die nicht-nachhaltige Abholzung für die Holz- und Papierproduktion, der Abbau von Bodenschätzen und Infrastrukturprojekte in zuvor unberührten Gegenden, die einer weiteren Zerstörung wiederrum Vorschub leisteten.

Schlimmste Entwaldung im Amazonasgebiet

Die Region mit der größten prognostizierten Vernichtung ist der Amazonas, wo der WWF einen Rückgang des Waldes von bis zu 48 Millionen Hektar veranschlagt. Damit würden fast 30 Prozent des größten Regenwaldgebiets der Erde im Jahr 2030 nicht mehr bewaldet sein. Noch stärker als andere Regionen sieht sich der Amazonas mit einer Vielzahl negativer Entwicklungen zeitgleich konfrontiert. Neben der Expansion von Agrarindustrie und Viehhaltung ist dies auch der Straßen- und Kraftwerksbau.

Besonders kritisch schätzen die Umweltschützer die aktuelle politische Lage ein: "Brasilien ist gerade dabei sämtliche Erfolge beim Umweltschutz der letzten Jahrzehnte über Bord zu werfen", sagt Roberto Maldonado, Südamerika-Referent beim WWF. (APA/red, derStandard.at, 6.5.2015)

  • Das Luftbild offenbart das Ausmaß der Zerstörung: Illegaler Goldabbau in La Pampa in der peruanischen Region Madre de Dios.
    foto: ap photo/rodrigo abd

    Das Luftbild offenbart das Ausmaß der Zerstörung: Illegaler Goldabbau in La Pampa in der peruanischen Region Madre de Dios.

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