Heta lässt Gewinn bei Hypo Oberösterreich schrumpfen

28. April 2015, 16:12
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15,5 Millionen Euro Vorsorge für Heta in der Bilanz 2014 sollten reichen

Linz - Die Hypo Oberösterreich hat 2014 ihren Jahresüberschuss vor Steuern um 81,7 Prozent auf 5,5 Mio. Euro geschrumpft. Der Konzerngewinn nach Steuern sank von 25,7 auf knapp 6 Mio. Euro. Generaldirektor Andreas Mitterlehner führt dies auf Vorsorgen wegen des Heta-Moratoriums und die erhöhte Bankensteuer zurück, wie er in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz erklärte.

"Wenn es nicht 'so gute Ideen' gegeben hätte, die wir nicht beeinflussen konnten, wäre der Gewinn operativ im Bereich des Vorjahres bei rund 30 Mio. Euro gelegen", rechnete Mitterlehner vor. Auf Oberösterreich - das Land und die Hypo - entfalle im Zusammenhang mit Heta die Notwendigkeit, insgesamt eine Liquidität von 150 Mio. Euro zur Bedienung von der Pfandbriefstelle begebenen, bis in das Jahr 2017 laufenden Anleihen vorerst aufzubringen - somit für die Bank 75 Mio. Euro. Aber Liquiditätserfordernis sei nicht gleichbedeutend mit Ausfall, argumentierte Mitterlehner, der mit Rückflüssen rechnet. Obendrein würde es auch Forderungen an das Land Kärnten geben.

In der Bilanz 2014 sei deshalb ein Wertberichtigungsansatz von 20 Prozent eingebucht worden. Das entspreche 15,5 Mio. Euro. "Aus heutiger Sicht ist Heta schon 2014 erledigt worden", resümierte er. Anleihen der Hypo Alpe Adria direkt habe die Hypo Oberösterreich nicht gezeichnet.

Kritik übte der Bankdirektor an der Bankenabgabe, bei der ursprünglich eine "Anpassung" angekündigt worden sei. Herausgekommen sei aber nahezu eine Verdoppelung auf fast 8 Mio. Euro. Aber man habe alles aus eigener Kraft bewältigt.

Höhere Bilanzsumme

Die Bilanzsumme der Hypo Oberösterreich erhöhte sich um 9,13 Prozent auf 9,4 Mrd. Euro. Das Kredit- und Darlehensvolumen stieg um 3,2 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro. Zugelegt hat die Bank vor allem im gemeinnützigen und privaten Wohnbau. Der Anteil der Fremdwährungsfinanzierungen beträgt 1,1 Prozent. Die erforderliche Vorsorge im Kreditgeschäft ist laut Mitterlehner von 0,8 Prozent auf 0,37 Prozent des Gesamtvolumens zurückgegangen. Die Primäreinlagen stiegen um 6,7 Prozent auf 1,55 Mrd. Euro. Das Emissionsvolumen nahm um 8 Prozent auf 5,68 Mrd. Euro zu. Bei der Wohnbauanleihe wurde 2014 ein Volumen von 112 Mio. Euro platziert. Das bedeute, dass fast 50 Prozent des gesamten Emissionsvolumens aller österreichischen Hypo-Banken aus Oberösterreich gekommen sei.

Das Kernkapital nach Basel III wuchs auf 352 Mio. Euro. Die Kernkapitalquote ist damit auf 10,9 Prozent gestiegen nach 9,3 Prozent im Jahr 2013. Die anrechenbaren Eigenmittel der Bank betrugen zum Bilanzstichtag 431 Mio. Euro. Die Eigenmittelquote der Bank liegt bei 13,4 Prozent und damit über dem gesetzlichen Erfordernis von 8 Prozent - eine Überdeckung von 167,9 Mio. Euro. Das habe auch die Agentur Standard & Poor's gewürdigt, die das Rating 2014 um eine Stufe auf Single A+ mit stabilem Ausblick angehoben habe.

Die Bank bestätigte, dass sie Frankenanleihen im Gesamtvolumen von 550 Mio. Franken eingegangen sei. Doch das Währungsrisiko sei zu 100 Prozent abgesichert. Einen durch den Frankenanstieg verursachten Buchverlust von 191 Mio. Euro - wie von FPÖ-Finanzsprecher Elmar Podgorschek vorgerechnet - könne es nicht geben.

Mitterlehner berichtete, dass erneut eine Dividende an die Eigentümer ausbezahlt werde: Etwa 800.000 bis 900.000 Euro - bezogen auf das Grundkapital: 6 Prozent. Das Land Oberösterreich (50,47 Prozent), eine Holding GmbH (48,59 Prozent) der Raiffeisenlandesbank, der Generali AG und der Oö. Versicherung sowie die Mitarbeiter (0,84 Prozent über stimmrechtslose Vorzugsaktien) würden Verständnis zeigen und die Bank nicht überfordern. Die Zahl der Mitarbeiter war mit 408 dieselbe wie zuletzt und soll so bleiben.

Für heuer ist Mitterlehner aufgrund der Zahlen aus dem ersten Quartal überzeugt, trotz Bankenabgabe von 8,2 Mio. Euro wieder ein "solides und gutes Ergebnis" erzielen zu können. Er sprach von "15 bis 20 Mio. Euro". Das Zinsergebnis werde unter jenem von 2014 liegen, demgegenüber sollen die Provisionserträge weiter gesteigert werden. (APA, 28.4.2015)

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