Die Wohnmarotten der User

29. April 2015, 17:36
59 Postings

Eine Userdiskussion auf derStandard.at hat gezeigt, mit welchen Spleens wir uns und unsere Mitbewohner konfrontieren

Jeder Mensch ist eigen. Das äußerst sich besonders beim Wohnen: Eine Userdiskussion auf derStandard.at hat gezeigt, mit welchen Spleens wir uns und unsere Mitbewohner konfrontieren und ihnen manchmal auf die Nerven gehen. Mit mehr als 350 Postings beteiligten sich die User an der Diskussion. Eine Nachlese.

Ordnung

Wie viel Ordnung in den eigenen vier Wänden sein muss, darüber waren sich die User nicht wirklich einig. "Bin leider ziemlich unordentlich, gleichzeitig habe ich sehr genaue Vorstellungen davon, wo alles hingehört", tat der eine kund. Andere sind strenger: "Nichts darf länger als 24 Stunden herumliegen."

Wie CDs, DVDs, Bücher, ja selbst Gewürze geordnet werden müssen, scheint für manche eine eigene Wissenschaft zu sein. (Vorläufige Conclusio: am liebsten alphabetisch.) Ein User hat gar alle Bücher eingebunden und mit Etiketten versehen, um sie schneller zu finden.

Auch was alles überprüft werden muss, bevor die Wohnung verlassen wird, könnte ganze Bücher füllen: Gezählte acht Punkte sind es bei einem User, darunter fallen etwa die Checks von Heizungsregler, Aschenbecher und Bügeleisen. Ein anderer Poster achtet darauf, dass alle Laden und Türen geschlossen sind – und legt auch in anderen Wohnungen gern Hand an. Ein anderer User wiederum vernimmt den "Geruch von Freiheit" bei offenen Schränken und Türen.

Dekoration & Möbel

Die Kerzen im Wohnzimmer müssen cremefarben sein, jene in der Küche dunkelrot – zumindest bei Userin "Fiffi Kacerovsky". Bilder an der Wand sind undenkbar für einen anderen Poster, nicht einmal Post its oder Nägel will er an seinen Wänden sehen: "Die Leute glauben immer, ich bin gerade erst eingezogen", berichtet er. "Aber ich lebe seit 15 Jahren hier."

Eine weitere Frage: Wie mit offensichtlichem Kitsch umgehen? "Ab zur Tauschbörse", heißt es für einen User, wenn er ein derartiges Gastgeschenk erhält. Auch spannend: Das Bett darf nicht unter dem Fenster stehen, gleichzeitig auch nicht von der Zimmertür aus sichtbar sein. Es muss frei im Raum stehen und zwei Zimmerwände berühren – zumindest in der Wohnung eines Users. Und die Bettwäsche muss jede Woche am selben Tag gewechselt werden.

Elektrische Geräte

Auch das Thema Glühbirnen ist überraschend emotional: "Wenn ich beim Luster eine Birne austausche, schreibe ich das Tauschdatum drauf, um endlich rauszufinden, ob die wirklich zwei Jahre durchhalten", meint ein User. Ein anderer schaltet "pedantisch" jeden Abend vor dem_Schlafengehen sämtliche Elektrogeräte aus: "Keine Standby-Lampe darf leuchten." Einer der Gründe: Phobie vor Elektrosmog.

Küche

In kaum einem anderen Raum offenbaren sich aber so viele Spleens wie in der Küche. Allein schon das Einräumen des Geschirrspülers scheint eine Wissenschaft für sich zu sein: "Niemand anders in der Familie darf den Geschirrspüler einräumen, weil ich die weltbeste Geschirrspülereinräumerin bin", meint eine Userin. Das Besteck mit dem Stiel voran in den Geschirrspüler – oder umgekehrt? Angst vor Verletzungen und Hygienebedenken führten da zu hitzigen Debatten.

Wäsche aufhängen

Für einen User muss die Wäsche sofort nach dem Ende des Waschprogramms aufgehängt werden, die Unterhosen dabei mit jeweils einer Wäscheklammer fixiert werden. Andere hängen ihre Wäsche nach Art und Farbe geordnet auf. "Auch die Wäscheklammern werden sortiert", berichtet eine Userin gar: Zuerst müssen nämlich alle roten, dann die gelben verbraucht werden. Auch beim Verräumen der Wäsche legen manche Wert auf größtmögliche Ordnung.

Sauberkeit

Jederzeit und überall muss User "cpucpu" vom Boden essen können "und es unbeschadet überleben". Da sind auch Hausschuhe ein schwieriges Thema: Ein User nimmt gar ein zweites Paar Schuhe von zuhause mit, wenn er bei Freunden eingeladen ist, und zieht diese dann in der Wohnung an, damit sie zur Kleidung passen. So müsse er nicht in die Filzpantoffeln der Gastgeber schlüpfen. Andere bieten Besuchern und Handwerkern Plastiküberzieher für die Straßenschuhe an. Dass Gäste ihre Schuhe ausziehen müssen, finden andere User wiederum "total spießig".

Haustiere

Auch Haustiere spielen bei den Wohnmarotten der User eine nicht zu unterschätzende Rolle: "Als Katzenhalterin muss jeden Tag ein Trinkglas mit frischem Wasser am Couchtisch stehen", berichtet etwa eine Userin. "Die regulären Wassernäpfe werden ignoriert." (zof, derStandard.at, 29.4.2015)

  • Auch Haustiere tragen zu den unseren Wohnmarotten bei.
    foto: dpa/roland weihrauch

    Auch Haustiere tragen zu den unseren Wohnmarotten bei.

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