UV-Schutz kennt zahlreiche Irrtümer

28. April 2015, 13:54
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Laut der Allgemeinmedizinerin Veronika Lang zählen das Auftragen einer zu geringen Menge und das Vertrauen auf Vorbräunen zu den häufigsten Fehlern

Wien - Der häufigste Anwendungsfehler bei Sonnenschutz ist das Auftragen einer zu geringen Menge. "In der Praxis wird meist nur die Hälfte der empfohlenen zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut genützt. Damit kann der angegebene Schutz nur zu einem Bruchteil gehalten werden", sagte die Allgemeinmedizinerin Veronika Lang bei einer Veranstaltung der Branchenplattform "Kosmetik transparent" in Wien.

In der Praxis bedeutet das: Ein Erwachsener braucht ungefähr 30 Milliliter Sonnenschutz, das seien rund sechs Teelöffel voll.

Laut der Medizinerin gibt es noch mehr Irrtümer, die in einem Sonnenbrand Vorschub leisten. "Oft wird zu wenig nachgecremt. Ein gewisser Verbrauch durch Schweiß, Abrieb und die Hauterneuerung ist stets gegeben", meinte Lang. Die errechnete Verweildauer verlängert sich durch Nachcremen aber nicht, sondern wird nur gesichert. Das Werbeversprechen "nur einmal täglich" auf Sonnenschutzprodukten sei jedenfalls nicht nur verboten, sondern auch fahrlässig, kritisierte die Ärztin.

Kein Vitamin-D-Mangel durch Sonnencremes

Unter Sonneneinstrahlung verdickt sich die Hornschicht, die Pigmentierung der Haut nimmt zu und wird als Bräune sichtbar. "Damit erhöht sich zwar der Eigenschutz, doch UV-Strahlung, Salzwasser und Wind trocknen die Haut aus, wodurch UV-Licht intensiver in die Haut eindringen kann", sagte Ludger Kolbe, Chef-Wissenschafter für den Bereich Photobiologie beim Hersteller Beiersdorf. Der Eigenschutz - auch von bereits gebräunter Haut - sei daher nie ausreichend. - Die durch UVA-Licht im Solarium ausgelöste kurzfristige Bräune schon gar nicht.

Sonnenschutzmittel haben wie alle Kosmetikprodukte ein Ablaufdatum. Rund ein Drittel der Teilnehmer an einer Umfrage im Auftrag von "Kosmetik transparent" achtet aber nicht auf das Haltbarkeitsdatum, sondern verwendet UV-Schutzprodukte bis sie aufgebraucht sind.

Mitunter wird der Verzicht auf Sonnenschutz mit Angst vor einem Mangel an Vitamin D begründet. "Vitamin D wird aus einer Vorstufe aus der Nahrung in der Haut durch Einfluss von UVB-Strahlen in aktives Vitamin D umgewandelt", sagte Lang. "Ein Mangel hängt nicht mit der Verwendung von Sonnenschutzmitteln zusammen. Zudem genügt es, sich einige Minuten bekleidet draußen aufzuhalten, um einen normalen Vitamin-D-Spiegel zu erreichen." (APA, derStandard.at, 28.4.2015)

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