Statt Passwort: Smartphone soll abprüfen, was Nutzer getan hat

28. April 2015, 12:07
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Angaben über die letzten Aktivitäten laut Forschern sicherer Mechanismus

Mit wem haben Sie gestern am Nachmittag telefoniert? Welche Facebook-Seite haben Sie zuletzt mit "Gefällt Mir" markiert? Wer hat Ihnen heute Mittag eine SMS geschrieben? Fragen dieser Art könnten künftig das Passwort ersetzen. Darauf setzt zumindest ein Forscherteam, das aus Wissenschaftern des indischen Institute of Technology Kharagpur, und der University of Texas und der University of Illinois besteht. Die IT-Forscher denken, dass Erinnerungen besser zum Verifizieren der Identität geeignet sind als Passwörter.

Gute Statistik

Das haben sie auch mit Experimenten bestätigt: Mehr als 95 Prozent der Probanden konnten sich richtig an drei Fragen zu ihren letzten Aktivitäten erinnern. Demgegenüber konnten diese Fragen nur bei sechs Prozent der Fremden erfolgreich beantwortet werden. Geeignet zur Abfrage sind unregelmäßig stattfindende Ereignisse, über die Fremde nicht Bescheid wissen. Also etwa Anrufe oder SMS von Personen, mit denen man nicht täglich kommuniziert. "Alle Dinge, die Sie ausschließlich mit Ihrem Handy teilen, kommen infrage", so Professorin Romit Roy Choudhury gegenüber Technology Review.

Hürden

Allerdings gibt es noch einige Hürden: Nutzer könnten die Daten, die von einer App gesammelt würden, als Eingriff in ihre Privatsphäre empfinden. Zusätzlich ist unklar, was bei Inaktivität des Smartphones passiert. Große Konzerne wie Yahoo oder Intel zeigen jedoch schon Interesse an der Lösung. Sie könnte beispielsweise eingesetzt werden, wenn sich Nutzer an einem neuen Ort oder mit einem neuen Gerät anmelden – also nicht zwingend bei jeder Authentifizierung. (fsc, 28.4.2015)

  • Das Smartphone soll dem Nutzer Fragen zu letzten Aktivitäten stellen - sonst bleibt es gesperrt
    foto: ap/poon

    Das Smartphone soll dem Nutzer Fragen zu letzten Aktivitäten stellen - sonst bleibt es gesperrt

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