Reporter ohne Grenzen: Österreich belegt im Ranking Platz sieben

28. April 2015, 11:03
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Weltweit sind 347 Medien- und Online-Vertreter in Haft

Wien - Die Organisation Reporter ohne Grenzen weist anlässlich des Tages der Pressefreiheit am 3. Mai auf die weltweiten Gefahren für Journalisten und Medien hin. Laut Angaben der Reporter ohne Grenzen sind dieses Jahr bereits 22 Journalisten wegen der Ausübung ihres Berufes getötet worden. 158 Journalisten und 13 Medienassistenten sowie 176 Online-Aktivisten und Bürgerjournalisten befinden sich in Haft.

Lage für unabhängige Medien

Informationskriege, religiöse Motive, Repressionen im Zeichen der nationalen Sicherheit sowie Gewalt bei Demonstrationen schränkten die Arbeit von Journalisten zunehmend ein. Die Lage für unabhängige Medien sei zuletzt weltweit schlechter geworden. Allein beim Terroranschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" wurden im Jänner in Paris acht Journalisten ermordet.

Gründen für die Situation

Zu den wichtigsten Gründen für die prekäre Situation zähle neben den jüngsten Terrorattacken vor allem die gezielte Unterdrückung oder Manipulation der Medien in Konfliktregionen wie der Ukraine, Syrien, dem Irak oder den Palästinensergebieten. Daneben missbrauchten viele Staaten den angeblich nötigen Schutz der nationalen Sicherheit, um Einschränkungen der Pressefreiheit durchzusetzen. "Wenn Propaganda und Zensur nicht die Oberhand behalten sollen, müssen die Rechte von Journalisten und unabhängigen Medien viel entschlossener verteidigt werden", heißt es deshalb bei Reporter ohne Grenzen.

Rangliste der Pressefreiheit

Die bereits im Februar veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2015 nennt Finnland, Norwegen und Dänemark als jene Staaten mit der höchsten Ausprägung an Pressefreiheit. Zu den Spitzenplätzen für die skandinavischen Länder tragen vor allem liberale Regelungen über den Zugang zu Behördeninformationen sowie der Schutz journalistischer Quellen bei. In Finnland haben Bürger seit 2010 sogar ein einklagbares Recht auf eine bezahlbare Breitbandverbindung.

Unautorisierte Kritik

Das Schlusslicht punkto Pressefreiheit bilden die Diktaturen Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. Ebenfalls weit hinten in der Rangliste liegen Syrien, China, der Iran, Saudi-Arabien und Russland. Viele der ohnehin repressivsten Staaten haben ihren Zugriff auf die Medien im Vorjahr sogar weiter verschärft. So belegte etwa China Journalisten mit neuen Einschränkungen wie einem Verbot "unautorisierter Kritik" und verhaftete prominente Journalisten und Blogger wie Gao Yu und Ilham Tohti.

Österreich im Ranking

Österreich belegt im Pressefreiheits-Ranking aktuell Platz 7 unter den 180 angeführten Staaten. In Österreich sei es um die Pressefreiheit weitgehend gut bestellt, heißt es bei Reporter ohne Grenzen. Die Regierung versuche jedoch immer wieder, über die gezielte Besetzung von Führungspositionen Einfluss auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ORF auszuüben. Zuletzt zeigte sich die Reporter ohne Grenzen auch alarmiert über das Vorgehen der Polizei gegen Journalisten bei der Wiener Pegida-Demonstration. (APA, red, 28.4.2015)

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