Maiduguri – In der nordostnigerianischen Stadt Damasak sind hunderte Leichen entdeckt worden, bei denen es sich mutmaßlich um Todesopfer eines Massakers handelt. Die Gewalttat liegt offenbar Monate zurück: Die Behörden hatten die mutmaßlichen Opfer der Extremistengruppe Boko Haram am Donnerstag entdeckt und am Wochenende in Massengräbern beisetzen lassen.

Unklare Umstände

Die Leichen, von denen viele in einem ausgetrockneten Flussbett gefunden wurden, "waren zwar verwest, aber wir haben sie angemessen begraben", sagte Kaumi Kusur, ein Bewohner der Region, am Montag. Die genauen Umstände waren zunächst unklar. Truppen aus dem Tschad und aus Niger hatten Damasak am 9. März von Boko Haram zurückerobert. Schon kurz darauf waren unter einer Brücke der Stadt hundert Leichen entdeckt worden. Nun seien es viel mehr gewesen, sagte Kusur. "Sie lagen in Häusern, auf den Straßen und in einem Fluss, der ausgetrocknet war."

Ein weiterer Zeuge sprach von 400 Leichen, sie seien vom Wüstensand verdeckt gewesen. Ein Regierungsvertreter des Staates Borno sagte, es seien "Hunderte" gewesen. Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt gegen die Behörden und tötete bereits mehr als 13.000 Menschen. Seit Anfang 2014 entführte Boko Haram nach Schätzungen von Amnesty International überdies mindestens 2.000 Mädchen und Frauen. (APA, 28.4.2015)